Monday, June 30, 2008

Nietzsche spricht zu mir

Und er sagt:

Glaube an Inspiration. - Die Künstler haben ein Interesse daran, dass man an die plötzlichen Eingebungen, die sogenannten Inspirationen glaubt; als ob die Idee des Kunstwerks, der Dichtung, der Grundgedanke einer Philosophie, wie ein Gnadenschein vom Himmel herableuchte. In Wahrheit producirt die Phantasie des guten Künstlers oder Denkers fortwährend, Gutes, Mittelmässiges und Schlechtes, aber seine Urtheilskraft, höchst geschärft und geübt, verwirft, wählt aus, knüpft zusammen; wie man jetzt aus den Notizbüchern Beethoven's ersieht, dass er die herrlichsten Melodien allmählich zusammengetragen und aus vielfachen Ansätzen gewissermaassen ausgelesen hat. Wer weniger streng scheidet und sich der nachbildenden Erinnerung gern überlässt, der wird unter Umständen ein grosser Improvisator werden können; aber die künstlerische Improvisation steht tief im Verhältniss zum ernst und mühevoll erlesenen Kunstgedanken. Alle Grossen waren grosse Arbeiter, unermüdlich nicht nur im Erfinden, sondern auch im Verwerfen, Sichten, Umgestalten, Ordnen.


Das nehme ich jetzt mal zur Kenntnis.

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Friday, June 27, 2008

Künstler und ihr Publikum

Es sagt Nietzsche:

Zu nah und zu fern. - Der Leser und der Autor verstehen sich häufig desshalb nicht, weil der Autor sein Thema zu gut kennt und es beinahe langweilig findet, so dass er sich die Beispiele erlässt, die er zu Hunderten weiss; der Leser aber ist der Sache fremd und findet sie leicht schlecht begründet, wenn ihm die Beispiele vorenthalten werden.

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Monday, July 23, 2007

Die Wahrheit

Während Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben mich zunächst amüsierte fing es letztlich doch an mich nachdenklich bis hin zu depressiv zu stimmen.
Als ich das Buch zuschlagen wollte entdeckte ich ganz vorne auf der ersten Seite eine Zueignung, an meine Mutter:
[....] Bitte versuche mithilfe dieses Buches Grenzen zu erkennen [....]
Darüber war Kindergekritzel, die ganze Seite war bekritzelt, fast mit Sicherheit mein Werk. Vage erinnere ich mich, dass ich, bevor ich lesen konnte, Widmungen in Büchern als Erlaubnis ansah diese Seite als Zeichenpapier zu verwenden.
Die Kombination des Buches selbst, der Widmung und meiner Verzierung sagen unglaublich viel aus. Ich glaube irgendwie Adorno hätte es gefallen.

Ich erkenne ausserdem, dass sich mein Zeichenstil und meine Buchvorlieben seit ich zwei Jahre alt war nur geringfügig geändert haben.
Der Mensch bleibt doch wie er im Kern ist und sei das Leben auch beschädigt.

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Sunday, July 22, 2007

Minima Moralia

Meine Adorno Ausgabe ist glaub ich nicht zitierfähig. Kein richtiges Leben im falschen oder im Falschen?
Und was hat Uschi Obermaier mit der RAF zu tun? Und wo ist Brigitte Mohnhaupt?

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