Saturday, March 17, 2007

Wurzeln wo man kann

Heute morgen rief mich ein Freund an und war uncharakteristisch angetan von Else Buschheuer's Artikel in der Sueddeutschen. Der erste ihrer Artikel, der nach seinem Geschmack sei. Ist ja auch ein toller Text. Aber seltsam, ich seh die Sache so ganz anders. Ich hab New York ja auch verlassen, aber hab meine Wurzeln in Deutschland nicht gefunden. Die meisten meiner Freunde in Berlin sind Amis, stellt sich heraus. Ich habe 200 Pläne, wieder nach NY zu gehen, jede Woche emaile ich meinen Freunden dort, dass es jetzt bald soweit ist. Und mit den anderen, die gehen mussten, weil wir unsere Wohnungen verloren, unsere Jobs, schmiede ich weitere Pläne. Ich hab dort noch eine Couch, die auf mich wartet!
Ja, klar war es hart. Aber es war mein erstes wahres Zuhause. Ich hatte Freunde. Ich hatte Stammcafes. Ärzte kann man verklagen, mit Polizisten und Beamten kann man reden. Jeder Mensch ist ein potentieller Freund, fast alle sind überdurchschnittlich scharfsinnig und kultiviert, was die Geistige Gesundheit fördert. Und die nach deutschem Ermessen übertriebene Reinlichkeit finde ich durchaus attraktiv. Naja, meistens.
In Soho verbrachte ich viele Stunden im Yoji Yamamoto Laden. Wir alle wussten, dass ich nichts kaufen würde, aber die Verkäufer spielten mit und wir machten regelmässig Modenschau.
NY ist der einzige Ort, wo es den Menschen erst mal egal ist, wer ich bin oder woher ich komme. Wer dort ist, gehört auch dazu. Diese Akzeptanz finde ich hier in Berlin nicht. Und ich habe keine Ahnung warum. Aber vielleicht kommt es ja noch (die Hoffnung geb ich nicht auf).
Happy St. Patricks day! In NY sind jetzt alle grün. Und blau. Ich schau mal was sich hier tut.

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