Monday, June 30, 2008

Nietzsche spricht zu mir

Und er sagt:

Glaube an Inspiration. - Die Künstler haben ein Interesse daran, dass man an die plötzlichen Eingebungen, die sogenannten Inspirationen glaubt; als ob die Idee des Kunstwerks, der Dichtung, der Grundgedanke einer Philosophie, wie ein Gnadenschein vom Himmel herableuchte. In Wahrheit producirt die Phantasie des guten Künstlers oder Denkers fortwährend, Gutes, Mittelmässiges und Schlechtes, aber seine Urtheilskraft, höchst geschärft und geübt, verwirft, wählt aus, knüpft zusammen; wie man jetzt aus den Notizbüchern Beethoven's ersieht, dass er die herrlichsten Melodien allmählich zusammengetragen und aus vielfachen Ansätzen gewissermaassen ausgelesen hat. Wer weniger streng scheidet und sich der nachbildenden Erinnerung gern überlässt, der wird unter Umständen ein grosser Improvisator werden können; aber die künstlerische Improvisation steht tief im Verhältniss zum ernst und mühevoll erlesenen Kunstgedanken. Alle Grossen waren grosse Arbeiter, unermüdlich nicht nur im Erfinden, sondern auch im Verwerfen, Sichten, Umgestalten, Ordnen.


Das nehme ich jetzt mal zur Kenntnis.

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Saturday, June 28, 2008

Neue Universen entstehen überall


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Friday, June 27, 2008

Künstler und ihr Publikum

Es sagt Nietzsche:

Zu nah und zu fern. - Der Leser und der Autor verstehen sich häufig desshalb nicht, weil der Autor sein Thema zu gut kennt und es beinahe langweilig findet, so dass er sich die Beispiele erlässt, die er zu Hunderten weiss; der Leser aber ist der Sache fremd und findet sie leicht schlecht begründet, wenn ihm die Beispiele vorenthalten werden.

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Thursday, June 26, 2008

Rad fahren

Vorhin sah ich einen Unfall im Tiergarten, da and der Kreuzung wo's in den Tunnel reingeht. Ich weiss nicht wer schuld war, es gab nur ein abruptes halten, ein Geruausch und ein Radfahrer flog plötzlich senkrecht in die Luft. Leider landete er nicht senkrecht, bzw als ich ihn sah lag er bewegungslos auf dem Asphalt. Jemand telefonierte, ich hörte auch gleich einen Rettungswagen. Er hatte einen Fahrradhelm aufgehabt, ich hoffe wirklich, dass das was hilft.
Ich blieb nicht dort, sondern fuhr nach Hause, ich kann da eigentlich am Besten nur aus dem Weg gehen, fürchte ich. Aber das macht mir die Zerbrechlichkeit des Menschen so bewusst, dabei finde ich den Menschen normalerweise sehr robust.
Ich hoffe wirklich, das Robuste überwiegt hier.

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Sunday, June 22, 2008

conartists

Gerade eben als ich nach Hause kam und gerade das Tor aufschloss rief es von hinten:
"Entschuldigen Sie" und dieses hinterrücks ge-"entschuldigen Sie", wenn man gerade aufsperrt und eine Barriere zwischen sich und das Draussen setzten will, das nervt mich eigentlich sofort.
Es war ein Mann um die 50, angeblich Anwalt, angeblich ohne Telefonkarte, angeblich gerade einen Autounfall gehabt "und jetzt am Sonntag" erreicht man ja keinen. Und aus Hamburg sei er, morgen habe er ein Verfahren hier, sei schon heute gefahren, dabei habe man ihn gewarnt. Es wurde mir schon sehr langweilig und ich fragte, was er wolle.
"Notruf" tätigen, ob ich helfen könne.
Nun gut, nachdem ich in den letzten 10 Jahren (mindestens) solchen Dingen nicht den mindesten Glauben geschenkt hatte, beschloss ich aber heute so unvoreingenommen wie möglich zu sein und reichte ihm mein Handy.
Das nütze ihm nichts er müsse zurückrufbar sein. 50 Cent brauche er.

Vor einigen Monaten hatte ich ungefähr diese Situation schon einmal. Und an dem Punkt, wo jemand, der Anwalt oder Geschäftsmann ist "kein Kleingeld" hat, kein Handy hat, Probleme mit der Telefonkarte und der EC-Karte hat und für einen dringenden Anruf jemanden wie mich um 50 Cent bittet schalte ich eigentlich automatisch ab. Also sagte ich beim letzten Mal einfach "Nein, tut mir leid", weil es mir zu blöd war. Diesmal war es mir auch zu blöd, aber ich gab ihm 20 Cent und er zog ab. Man hätte noch die diversen Möglichkeiten der Hilfebeschaffung (diverse Restaurants und Kioske überall für Geldwechsel und Telefone, EC Automaten, Notruf, etc.) erörtern können.
Aber Zeit ist ja auch Geld. Und wer weiss. Es besteht sicher eine Chance von ca 3%, dass er die Wahrheit gesagt hat.

Als ich in San Francisco lebte gab es ungefähr 18000 Obdachlose, die alle auf unterschiedliche Art und Weisen bettelten oder logen und betrogen. Wenn ich gut drauf war gab ich denen, die unterhaltsam waren (ein guter Rap zum Thema oder eine gute Geschichte) ein paar cent.
War ich schlecht drauf nicht. Meistens nicht, weil es einfach nervt nach einer Weile. Und teilweise hab ich besonders nervige so zur Sau gemacht, dass sie tatsächlich abzogen und sich mein Gesicht merkten und nie wieder fragten. Da waren es nur noch 17.993.

In NY passierte das seltener, die Obdachlosen waren zu fertig um noch gross Energie in die Geldbeschaffung zu stecken. Ausser ein paar ganz jungen, die Wohl irgendein romantisches Ziel verfolgen.
Es gab und gibt aber einen, der jeden Tag durch Downtown rennt und einfach jeden nach einem Quarter fragt. Also wirklich jeden.
Ein nicht schlecht aussehender Mann Mitte 30. Er fragte mich ein paar mal zu oft und diese Routine stößt bei mir immer auf grosse Missbilligung. Eines Nachmittags lief ich ihm nach. Die Reise ging quer durch downtown, Strasse auf, Strasse ab, in Restaurants hinein, in Getümmel hinein und wieder raus.
Was ich extrem beeindruckend fand war, dass relativ viele ihm ganz automatisch 25 Cent geben. Muss gute Erziehung sein oder sowas.
"Do you have a Quarter?" und schon kramen die meisten in der Tasche.

Ich reagiere wie gesagt sehr schlecht auf "panhandler and conartists", besonders weil sie undifferenziert vorgehen. Keine gute Sportart, habe ich beschlossen.

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Wednesday, June 18, 2008

Kundalini

Ich dachte gerade über Kundalini nach. Die Lebensenergie zu erwecken klingt ja erstmal nicht schlecht, aber dann stiess ich auf die Seite über "Kundalini Probleme". Scheint es ja viele zu geben. Die einzigen Probleme, von denen ich bis dahin gehört hatte, war, dass die Gurus die Anhänger sexuel oder sonstwie missbrauchen.
Da fällt mir ein, ich habe gerade neulich auf BBC gehört, dass der Song Sexy Sadie der Rache Song war, den die Beatles über Maharaji geschrieben haben. Es war ihnen zu Ohren gekommen, dass er mit jungen Mädchen Affairen hatte und sie waren tief enttäuscht und reisten ab. Der Song hiess auch zuerst Maharaji, aber das fanden sie dann wohl doch zu heftig.

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Sunday, June 15, 2008

Blind oder Einäugig

Seit letzter Woche habe ich eine neue Brille. Ich habe beschlossen, jetzt mit verschiedenen Stärken zu experimentieren.
Die letzte Brille war ca -1,5 auf beiden Gläsern und war eher von Aussen betrachtet effektiv. Andererseits bereitete sie auch keine Probleme.
Diese hier ist -1,5 und -4, was immer noch weit von meiner eigentlichen Stärke entfernt ist...trotzdem sah ich erst mal alles wie im Karussell oder so. Mir wurde übel. Nur indem ich ein Auge geschlossen hielt war ich in der Lage nach Hause zu finden.
Aber ich trainiere jetzt seit Tagen entschlossen. Und inzwischen habe ich eine leuchte Ahnung, was Leute mit "sehen" wohl meinen.
Gar nicht so einfach, das Sehen. Man muss erst mal verstehen, wie man solche Bilder vom Auge ins Hirn kriegt und dann noch in der richtigen Grösse und Schärfe und synchron mit dem anderen Auge verarbeitet. Da hab ich noch einiges vor mir, aber ist ganz spannend. Ich mag etwas seltsam rüberkommen, weil es sich um eine Sonnenbrille handelt und ich sie dann auch drinnen meistens auflasse, der Einfachheit halber. Ist nicht persönlich gemeint, hat praktische Gründe!

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Friday, June 13, 2008

Und es leuchtet im Dunkeln


Mensch, wie Japan mich schon wieder anstrahlt....

Was könnte schiefgehen?

Als wir den Ultraschaltermin auf den heutigen Freitag den 13, legten, machte ich glaub ich noch irgendeinen blöden Witz, wegen "was kann schon schiefgehen beim Ultraschall?". Man hat ja da auch nicht so die Wahl, bei 2 Monate Wartezeit, also hab ich den beherzt genommen. Bin auch gar nicht abergläubisch.
Andererseits....als ich heute hin kam war "die Frau Doktor nicht da, Termin fällt aus".
Merke also: auch Ultraschalltermine haben Risiken.

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Monday, June 09, 2008

Wertarbeit

Heute war übrigens ein schöner Tag. Das mit dem Fliegen wurde zwar nichts, aber im Porsche Cabrio durch Brandenburg zu fahren kam der Sache eigentlich schon sehr nahe...so ab 200kmh sogar erstaunlich nah.
Das beeindruckende war, wie solide so ein kleines Auto fährt und beschleunigt und ganz klaglos Kurven fährt. Nicht einmal die Mütze muss man sich festhalten.
Ich bin natürlich nicht selbst gefahren, ich seh ja nicht richtig....
Aber eines Tages werde ich vielleicht auch mal Führerschein haben. Mit 14 hatte ich beschlossen, dass mein erstes Auto ein Porsche sein wird, mit 18, dachte ich und durchforstete schonmal die Kleinanzeigen in der Zeitung.
Jetzt ist es zwar 19 Jahre später, aber mein erstes Auto liegt noch immer vor mir. Ich denke aber, ich hätte heute gerne zwei Autos: einen Porsche und ein Lincoln Towncar. Je nach Bedarf.

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Sunday, June 08, 2008

Acedia - Die Trägheit

Heute beschäftige ich mich mit dem Laster der Faulheit. Dieses Laster hates von einem historischen Standpunkt betrachtet, wirklich in sich. Denn am Anfang galt wohl insbesondere die Melancholie als ein Laster, eine "Geistesträgheit", die es quasi verhindert sich mit Gott an der Welt zu erfreuen.
Während ich Faulheit nicht wirklich zu meinen Lastern zähle sieht es mit der Melancholie schon wieder anders aus....
Aber das hat glaube ich sogar die Kirche selbst hernach erkannt, und nun ist es wohl eher das freiwillige verharren in der Trägheit (geistig oder anders), das zu den Lastern zählt.
Andererseits muss man auch berücksichtigen, dass die sieben Hauptlaster an sich ja keine Sünden darstellen. Jedoch zu solchen führen:
So könnte man argumentieren, dass eine melancholische Lebenseinstellung zu Sünden wie Unterlassung von Arbeit und Hilfestellung führen kann oder zu Manipulation anderer oder gar zu Selbstmord. Hmmm.
Aber wie gesagt, auch die Kirche schein inzwischen zwischen krankhafter Depression und Faulheit zu differenzieren.

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Saturday, June 07, 2008

Gaumensucht

Thomas von Aquin unterteilte die Todsünde der Völlerei (gula) offenbar in diverse
Untergruppen:

* Praepropere - zu baldiges Essen
* Laute - zu teures Essen
* Nimis - zu viel
* Ardenter - zu eifrig
* Studiose - zu gekünstelt
* Forente - zu gierig

Oder so ähnlich. Ein weiser Mann. Essstörung aus spiritueller Sicht.

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Wednesday, June 04, 2008

Mahagonny

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny war super. Von den Brecht/Weill Sachen musikalisch mit am interessantesten...Plot vielleicht etwas dünn, aber Text dennoch 1A. Ich bin sehr zufrieden.

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Monday, June 02, 2008

Dienstag

Und am Dienstag vor der Disco bin ich an der UdK zum Vortrag über die Politik des Klangs von Professor Dr. Holger Schulze. Naja, und dann die anderen Aspekte des Klangs im Cookies.

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Sunday, June 01, 2008

Samstag abends

Wieder einer dieser sehr arbeitsintensiven Samstag Abende....
Erst die Kunstinvasion in einem ehemaligen Blumenmarkt....war ein bisschen wie das Projekt letztes Jahr, das war aber in einem Gewächshaus, deshalb klimatechnisch auch interessant.
Dann Polnischer avantguarde jazz. Dann Dandiya-Disco party!!!!
Die Kunst war in Ordnung, oft sogar unterhaltsam, allerdings sagte meine Begleitung wegen Heuschnupfen's ab (die Allergie schlug bereits bei der Erwähnung des Wortes "Blumenmarkt" heftig zu).
Die Jazzer taten mir etwas leid, denn sie bemühten sich sosehr, industriel und politisch-extremistisch rüberzukommen. Und es hatte ihnen wohl noch niemand gesagt, dass Laibach das gleiche schon seit Jahren viel besser macht.
Die Party jedoch war über jede Kritik erhaben. So war das gestern im Scala....

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