Wie soll ich das Dilemma beschreiben? Wie man's auch macht ist es irgendwie nix. Ich gehe seit neuestem wieder mehr zu Ärzten. Eine Zeit lang ging ich gar nicht mehr zu Ärzten. Beides übrigens, weil ich seltsame Symptome hatte. Symptome, die sich nicht eindeutig einorden lassen. Sensorische Störungen, Taubheitsgefühle, solche Sachen.
Wenn man zum Arzt geht damit heisst es dann meistens: psychosomatisch.
Zumindest, wenn man vorbelastet ist, z.b.:
- Frau
(haben Sie Ihre Tage?)
- Depressionen in der Vorgeschichte
(aha!)
- schlank
(essen Sie doch einfach mal was.)
Das nervt, und irgedwann findet man sich mit den Symptomen viel einfacher ab, als mit dem "psycho" label.
Ich war ganz überrascht, als ich dann neulich von einer Ärztin zum Neurologen geschickt wurde. Der gab mir Elektroschocks und fragte, ob ich manchmal Taubheitsgefühle hätte. Ich wollte es schon leugnen, aus Routine, damit er mich ernst nimmt. Dann gab ich es aber doch zu. Und erfuhr von meiner Diagnose: Polyneuropthie. Chronische Nervenentzündung.
Das erklärt natürlich einiges. Leider natürlich mal wieder etwas nicht behandelbares.... schade, ich hatte mich mit dem Psychosomatischen schon ganz gut angefreundet.
Aber ich nehme sowas "unbehandelbares" inzwischen auch nicht mehr so ernst, es gibt da noch soviel mehr als die Schulmedizin.
Ich erwähne das nur, weil solche falschen psychosomatischen Diagnosen dauernd gemacht werden. Und teilweise kann das sehr gefährlich sein. Auf sein eigenes Gefühl zu hören ist mit Sicherheit ratsam.
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