Wednesday, April 11, 2007

COS

COS ist ganz in Ordnung, ein bisschen wie H&M in einfarbig und in etwas besserer Tuchqualität. Eher was für die berufstätigen whitecollars ab 30. Und vor allem etwas für Schwule, wie sich herausstellte. Leider gibt es deutlich weniger Umkleidekabinen und zumindest als ich dort war waren sie sämtlich paarweise belegt. Und blieben belegt. 10 Minuten, 20 Minuten vergehen. Da will man dann auch nicht mehr aufgeben. 25 Minuten....
Es witzelt und kichert hinter den Türen. Endlich kommt einer raus, leider nur um neue Grössen zu holen.
"Oh NEIN!!!!" kreischt es aus der Mittelkabine. "Du, bei mir zuhause wurde neulich eingebrochen. Und da haben die alle meine Kleider enger genäht!" Gekicher folgt, in Tonlagen die ansonsten nur Olympia in Hoffmanns Erzählungen hinbekommt. Hinter mir wird die Schlange immer länger. Da es wesentlich weniger Auswahl gibt als bei H&M halten alle die gleichen Kleidungsstücke unter dem Arm. Das ist doch Demokratie. Nee, ist das nicht Kommunismus?
Endlich verlassen zwei anzugbekleidete Herren Ende 30 die mittlere Kabine. Ohne zu Kichern blicken sie über die Häupter der wartenden hinweg.
Ich bin dran. Tja. Ich hätte jetzt gern gesagt, dass sich das warten gelohnt hat. Aber die weissen schmucklosen Leinenkleidchen erinnern zumindest wenn ich sie trage doch sehr an Krankenhaus. An anderen könnte die Assoziation auch schwedischer Landsommer sein. Überhaupt bin ich mir nicht sicher, inwieweit ich das Sackartige der Linie in meinen Kleidungsalltag einbauen will. Ich weiss nicht, wie das an anderen aussieht, aber wo ich aufgewachsen bin weckte das Sackkleid eher keine noblen Assoziationen. Vielleicht bin ich bei H&M doch besser aufgehoben....

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