Hanau
Als ich gestern in Hanau Hbf ankam, sah ich gerade noch die Schlusslichter meines Anschlusszuges. Es ist nicht zu fassen. Ich glaube ich habe noch auf keinem Bahnhof soviel Zeit verbracht, wie in Hanau, was wirklich Erstaunlich ist. Und zwar kann ein layover in Hanau in Schrecklichkeit weder einer Stunde Aufenthalt in Treuchtlingen noch Friedberg (hess) das Wasser reichen. Aber allein die Anmassung und der Grössenwahnsinn können einen Menschen zur Weissglut treiben. Schon vor vielen Jahren gewann ich einmal eine Wette, weil niemand mir glauben wollte, dass in Hanau ein ICE hält. War aber so. Und zwar genau einer, um 5 Uhr morgens oder so, von Frankfurt nach Berlin, der aus unerfindlichen Gründen nach Abfahrt in Frankfurt noch mal 10 Minuten später in Hanau hielt. Wohl daraufhin beschlossen die Hanauer eine Vergrösserung ihres Bahnhofs und weil das baulich nicht zu bewerkstelligen war nummerierten sie die Hälfte der Gleise dreistellig, sprich: von Gleis 5 bis 105 sind es doch nur 20 Meter.
Auch sonst verursacht der Aufenthalt instant-depressionen. Der Flachbau verfügt nicht einmal über einen MacDonalds (allerdings über einen Dönerladen namens Orient Express) und fügt sich nahtlos in die anderen 50er Jahre Satellitenschüssel bestückten Flachbauten ein. Da es gestern nicht regnete, begab ich mich auf die Suche nach der Gegend Jenseits des Bahnhofs. Ich ging etwa 10 Minuten, fand eine Erotik Bar in einem Flachbau namens Mister X und sah von Weitem eine Gaststätte, die so aussah als sollte ich ihr auch tagsüber fernbleiben....
Das Schreckliche ist, dass ich auf der Rückfahrt ebenfalls eine gute halbe Stunde Hanau Aufenthalt haben werde. Vielleicht geh ich mal in die andere Richtung. (Mrs. X muss ja auch noch irgendwo sein)
Labels: Lifestyle, Übersinnliches

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