Sunday, February 26, 2006

Heizphilosophie

Ich bin ja inzwischen von der akuten Stirnhoelen Sache halbwegs genesen, aber ich erinnere mich, dass ich damals meinen Ofen verdaechtigte zu meinem Zustand beizutragen. Meune Mutter meinte damals, kein Ofen sei fuer die Gesundheit noch viel schlechter. Dieser weisen Worte erinnerte ich mich letzte Woche, als sich herrausstellte, dass mein Ofen nicht mehr zieht....letzten Donnerstag schlief ich aufgrund der enormen Rauchentwicklung bei offenem Fenster. Die letzten beiden Tage bei geschlossenem Fenster ohne Ofen mit Jacke. Heute bei einer Freundin. Mit Ofen, ohne Rauch. Wer haette gedacht, dass es wieder so kalt wird, gerade jetzt.
Morgen beginnt die zweite Woche des Russisch Intensivkurses, der sich ueberganslos in einen Russlandaufenthalt umwandeln wird. Ich glaube Freitag nacht duerfen wir noch schnell heim und unsere Koffer holen. Dazwischen zieh ich noch schnell um, es ist ja schon ein neuer Monat bald. Aber was ist denn mit dem Fruehling passiert?

Tuesday, February 21, 2006

Sparsamkeit

In Vorbereitung auf den Moskau Aufenthalt werden alle Teilnehmer gerade einem zweiwöchigen Härtetest unterzogen. Bisher hatte glücklicherweise immer jemand Süssigkeiten oder Kuchen dabei, morgen muss ich mir vielleicht was einfallen lassen....
Jedenfalls ist es nicht persönlich zu nehmen wenn ich nur sparsam poste, ich bin nur vor erreichen des Computers entschlafen, bzw wegen Koffeinmangels zusammengebrochen.
Wird schon wieder.

Sunday, February 19, 2006

Bläser

Berufsbedingt treten unter Anderem bei Bläsern vermehrt auf:

Hirndurchblutungsstörungen mit und ohne Schlaganfall
Herzinfarkt
Bluthochdruck
Netzhautablösung
therapieresistenter grüner Star und
Sehnervenerkrankungen
Primäre oder sekundäre fokale Dystonie im Ansatzbereich der Lippen
Psychosen
Epilepsien
„Blähhals“ mit Reizung von Halsnerven durch Überdehnung
Schleimhautgeschwülste (Granulome) an der Unterlippe

Und dann natürlich noch die ganzen anderen Überlastungskrankheiten, die andere Berufsgruppen auch erleiden.

Friday, February 17, 2006

In der Yogastunde

Die Lehrerin blickte mich im Verlauf der Stunde immer wieder lange und sehr prüfend an. Schweigend.
Hohlkreuz? Arm nicht genug gestreckt? Bein zu weit hinten???
Schliesslich sagte sie:"Irgendwie erinnerst du mich an Amelie...."

Thursday, February 16, 2006

Zahn

Nach den Süssigkeiten fühle ich mich auf meinen Zahnarztbesuch viel besser vorbereitet.

Das gute Kind

Vorhin brachte ich Else zum Bahnhof. Wir waren sehr zeitig dort und als sie fragte, was man am Zoo in 30 Minuten unternehmen könnte schlug ich vor, für mich Eis und Schokolade zu kaufen. Das taten wir dann auch, allerdings hatte ich zufällig kein Geld dabei, weswegen sie zahlen musste. Was sie auch klaglos tat, aber nicht ohne sich an der Kasse den Scherz zu erlauben, das sei dafür, dass mein Zeugnis so toll gewesen sei. Sowas war ja zu erwarten, aber erschreckenderweise quittierte die Verkäuferin diese Aussage ohne mit der Wimper zu zucken mit freundlich anteilnehmendem Nicken.....
Als mir meine Studienkollegin sagte, ich sähe viel jünger aus mit der neuen Frisur war mir die Tragweite gar nicht bewusst geworden.
Marzahn, ich komme!

Prenzlauer Angleichung

Ich wollte diese Woche, in der ich halbwegs gesund (wenn auch übermüdet) bin nicht verstreichen lassen ohne vor der nächsten Krankheit noch zum Friseur zu gehen. Die Frau die mich sanft duzte und zum platznehmen aufforderte sah sehr schön, jung und hip aus, genau die richtige Mischung aus selbstbestimmter Powerfrau und häuslich begnadeter Weiblichkeit, die man in der Gegend um die Eberswalder Strasse gern und häufig antrifft. Sie fragte mich nach meinen Vorstellungen. Ich hatte viele. Dreads zum Beispiel. Davon riet sie mir sanft und nachdrücklich ab. Dann ganz ganz weiss, wie Schnee. Davon wurde mir noch bestimmter abgeraten, vermutlich schon aus Zeitgründen und der schlechten Erfolgsaussichten. Dann eben hinten ganz abrasieren, Nackenfreiheit und vorne exakt zugeschnitten. Hier weigerte sie sich schon viel energischer, wenn ich was Neonazimässiges wolle müsse ich schon nach Marzahn.
Sie schlug stattdessen vor etwas im Stil von Amelie zu versuchen. War mir auch recht. Wenn ich den Mund halte und schaue als wüsste ich was, seh ich jetzt fast aus als sei ich hier auf dem Prenzlauer Berg zuhause. Jedem gefällt die Frisur sehr gut. Aber wer weiss, vielleicht geh ich nächstes mal doch nach Marzahn.....

Tuesday, February 14, 2006

Wer gibt dem wird gegeben

Fast war es als sei ich in einen Bibelvers gerutscht. Ich habeElse vor ein paar Wochen Das 30. Jahr geliehen von Ingeborg Bachmann. Und heute brachte ein Bote es mir wieder, und wundersam vermehrt. Anbei lagen unter anderem diverse russische Lehrwerke, meinem Erfolg als Slawist stehe wirklich nur noch ich selbst im Wege.
спасибо за подарки!
я очень рада:-)
Jetzt könnte ich sicher auch irgendwo überprüfen ob das richtig ist....

Monday, February 13, 2006

Johanna informiert sich

Ich versorge seit heute die Nachbarkatze und zufällig lese ich gerade über die heimtückische Versklavung des Menschen, nämlich durch Katzen und vermittels eines Parasiten.
Desweiteren gibt es Gerüchte, dass Franz Xaver Kroetz bald wieder als Baby Schimmerloszu sehen sein wird.
Und drittens gibt es noch keine Anzeichen für Frühlingsanbruch in Moskau.

Bei H&M

Der genaue Tathergang verlief unbeobachtet und kann nur noch ungefähr rekonstruiert werden. Es scheint jedoch, dass eine zierliche Dame von einer fülligeren Dame überrannt wurde, jedenfalls kam es zum geräuschvollen zu-Boden-fallen beider Teilnehmer.

zierliche Dame, liegend:
Aua! (fasst sich ans Steissbein) Das gibts ja wohl nicht!!! (Tritt ebenfalls am Boden liegende füllige Dame)
füllige Dame: Entschuldigung! Sie brauchen mich nicht auch noch zu treten! Wo gibts denn sowas!
z.D.: Sie blöde Kuh!
f.D.: Also, sie brauchen mich doch nicht zu beschimpfen! Ich bin hingefallen, genau wie Sie!
(beide rappeln sich auf, die zierliche Dame unter lautem Gestöhne)
Also wirklich....
z.D.: (davon hinkend)Oh, ich wusste gleich ich hätte nicht herkommen sollen, die Leute werden immer fetter und immer dämlicher....
(verschwindet hinter T-shirt-Ständer)
f.D.: Also sowas....

Saturday, February 11, 2006

Die Zeiten aendern sich

Heute beschloss ich einkaufen zu gehen. Das spielte sich in drei Schritten ab. Erst neue Chilischoko kaufen, um sicherzugehen, das die von Venchi immer noch die Allerbeste ist. Dann wollte ich eigentlich Milch holen, aber blieb im Geschäft an einem Reispfannen-Vorführstand hängen, wo ich unvorsichtigerweise erwähnte, dass ich in Asien gelebt habe. Das Gespräch zog sich in die Länge und erreichte seinen Höhepunkt in der Frage, ob ich deshalb so schöne weiße Haut hätte, wie die Asiaten....also wirklich auffallend schön und weiß....
Das irritierte mich so, dass ich den Laden stammelnd und ohne Milch verließ, darauf war ich einfach nicht gefasst gewesen. Was habe ich in meiner Jugend gelitten, wenn ich sommers, nur vom gelegentlichen Sonnenbrand gefärbt, die braungebrannte Dorfjugend neidisch beäugte. Sie nannten mich Vampir damals.
Da zeigt es sich doch, wie die Zeiten sich ändern. Man muss nur Geduld haben, irgendwann kommt die eigene Farbe mal dran.
In Phase Drei meines Einkaufs kämpfte ich lange mit mir selbst. Ich stand vor den sehr praktischen Reisgerichten für die Mikrowelle, nicht billig aber ganz neu im Sortiment und so ansprechend. Irgendwann verlor ich den Kampf und kaufte zwei. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich nicht im Besitz einer Mikrowelle bin.

Und jetzt noch die Frage des Tages: Sind Oboisten wirklich nicht hirngeschädigt?

Wednesday, February 08, 2006

Prioritaeten setzen

Heute kam endlich Kohle, allerdings war ich bisher noch zu faul welche zu holen....Temperaturen zwischen 0 und +2 Grad scheinen mir inzwischen kein zwingender Heizgrund mehr. Wollte aber erwähnen, dass die tschechischen Halbsteine mindestens so gut brennen wie die Rekord-Briketts, die aus irgendwelchen gründen dauernd empfohlen werden. Die Tschechen brennen etwa genauso lange bei flockiger weisser Asche und verbreiten einen normalen Kohlegeruch. Während die Briketts bei gelbe-braunem Abwurf wirsingkohlartigen Gestank verbreiten. Wollte ich nur mal gesagt haben, weil der Deutsche Kohlenutzer dem ausländischen Gut oft sehr misstrauisch gegenüberzustehen scheint.
Ich schreibe selten im Moment, weil ich mit zeitraubenden Tätigkeiten wie Amtbesuchen, Präsentationsvorbereitungen und Umzugsvorbereitungen beschäftige und in meiner Freizeit gerade Sätze erfinde, die ich anderweitig aufschreiben werde.
Und man kann ja sowieso gar nicht vorsichtig genug sein mit dem was man öffentlich sagt, das merke ich gerade links und rechts.
Aber zum Thema Prioritäten setzen: Vor Moskau muss ich noch dringend zum Zahnarzt und zum Friseur. Friseurbesuch in Moskau hatte ich kurz in Erwägung gezogen, aber die Erinnerung an eine surreale Haarschneidesession mit Lena aus Kasachstan zog mir alsbald wieder sehr deutlich vors innere Auge. Lena schnitt sehr billig und gewissenhaft und war umringt von einer Ansammlung junger Russinnen, die sie stumm bei der Arbeit beobachteten und mit Schere und Kamm assistierten. Der Haarschnitt lehrte mich vor allem, dass der typische Russen-look vielleicht doch nicht genetisch bedingt ist.
Hätte gestern um ein Haar Grammelnussn gekauft, aber mir war gerade nicht so bodenständig. Nächstes mal vielleicht.

Saturday, February 04, 2006

Guten Morgen, lieber Zahn

Meine erste Handlung heute, war das Ausspucken eines Stück Zahns, das sich irgendwie über Nacht von meinem Gebiss gelöst hatte. Ich glaube, das kann ich auf Russisch sagen: кусок зуба.