Tuesday, January 31, 2006

Mein Hirn

Seit mehreren Stunden vergleiche ich die neuen CT Aufnahmen meines Schädels mit denen von 2002 und stelle begeistert fest, dass seit Aufnahme meines Russischstudiums insbesondere die östlichen Bereiche enorm angeschwollen sind. *streicht liebevoll über eine neue gedärmartige Ausbuchtung in nordöstlicher Lage*

Monday, January 30, 2006

Perry Hotter und Herr Herbst

Dieser Beitrag wurde wegen heftiger Reaktionen gelöscht.

Nachtrag zum Heilen

Mit meinem verbesserten, beweglichen Kopf (Antibiotikum scheint gut zu wirken) möchte ich heute noch einen Nachtrag zum Thema "Heilen so oder so" machen. Es scheint als hätte ich mich im gestrigen Fieberwahn möglicherweise missverständlich ausgedrückt. Obgleich ich Minimaldosierungen und einige andere Theorien und Methoden in der Homöopathie sehr amüsant finde, will ich keinesfalls ausschliessen, dass sie wirksam sein kann. (Billige Alternative würde ich es allerdings auch nicht nennen)
In meinem Bekanntenkreis gab es bereits diverse Spontanheilungen von Krebs und Hepatitis und eine Freundin schliesst gerade eine mehrjährige Ausbildung ab, wer würde den Zeitvertreib einer Freundin anzweifeln [....] . Ausserdem bin ich nicht ganz unwissend auf dem Gebiet, ich war mal vor vielen Jahren Assistent in einer homöopathischen Praxis, was hochinteressant war. Und ich war auch schon als Patient bei vielen Homöopathen, unter anderem bei einer sehr Guten, die mich nach zwei Sitzungen wegschickte, weil ich zu krank war als dass sie mir hätte helfen können. Das fand ich sehr professionell und es gewann ihr meine Achtung. Es hat mich auch schon ein eitler Arzt NICHT weiterüberwiesen und ich war alsbald beinah tot. Also, Schulmedizin oft auch gar nix gut. Da hat Regina schon recht. Regina, warst du das, die mir vor ein paar Wochen ein Buch zum Thema Kundalini empfohlen hat?

Sunday, January 29, 2006

Berlin von einer ganz neuen Seite

Meine Nachbarin schaute heute Mittag mal vorbei und nahm mich bei der Gelegenheit gleich mit ins Charite, denn ich war offenbar bereits grün und blau um die Augen und konnte den Kopf nicht mehr bewegen. Die folgenden Stunden waren für mich sicherlich unterhaltsamer als für sie, denn immerhim bekam ich allerlei Mittel und Tropfe und CT und Ratschläge. Mir wurde auch geraten, ein paar Tage stationär zu bleiben, aber das wollte ich dann doch nicht. Hatte auch meine Zahnbürste nicht mit.
Charite kann ich nur weiter empfehlen, alle waren freundlich und professionel und niemand hat mich aufgeschnitten. Dieses Mal. Das kommt erst wenn die akute Entzündung verheilt ist. Es gibt immer noch was worauf man sich freuen kann.

Heilstheorien

Allmählich hab ich es echt satt mit dem Krank sein. Immer wenn ich denke es wird besser, wechselt das Krankheitsbild in Wirklichkeit nur die Erscheinungsform. Eine lustige Wanderung, die mir Existenz und Standort noch der Geringsten meiner Schleimhäute, Lymphdrüsen und Gefässe nahebringt. Hätte mich doch für ein Medizinstudium entschieden, einen besseren Unterricht könnte man sich wirklich nicht wünschen.
So eine schleppende Krankheit beeinträchtigt wirklich alles, nicht zuletzt auch das Äussere. Mal ganz abgesehen vom eingerissenen Mundwinkel und den geschwollenen Beulen auf der Stirn, wo offenbar irgendetwas in meinen Nebenhölen ins Freie sich drängt, musste ich auch ein Friseur-Treffen mit Juli absagen, denn ich kann leider meinen Kopf gerade in sehr wenige Richtingen beugen...
Das bedeutet, dass ich aussehe wie Pumuckel, dank der enormen Stehkraft meiner Haare.
Eine Bekannte riet mir zu Homöopathischen Massnahmen. Ich bin da ja ein bisschen skeptisch.
Es verhält sich offenbar so, dass die nicht ganz günstigen homöopathischen Heilmittel bei einer Verdünnung von 1 : 1 Million,einem doch sehr unwirtschaftlich erscheinen können. Ich bin mir sicher, dass damals bei der Entwickelung dieser Heilmethode das ganze Konzept als revolutionär und menschenfreundlich mit offenen Armen empfangen wurde, einfach nur weil bei dieser Heilmethode viel weniger Patienten an den Folgen der Behandlung starben....
"Operation gelungen, Patient tot"
Eine ganz besondere und in der Schulmedizin nicht ungewöhnliche Form der Heilung.
Kommt in der Homöopathie wohl eher seltener vor. Ihr durchstudiert die groß’ und kleine Welt, um es am Ende gehn zu lassen, wie’s Gott gefällt So ist es in der Schulmedizin ja auch und oft ist dann die Behandlung das Schlimmste. Trotzdem muss ich morgen glaub ich mal zum Arzt. Meine Lage ist eindeutig jenseits von Globuli und wenn ich nichts unternehme wird aus Pumuckel noch Rapunzel, vertikal verkehrt....wenn's Gott gefällt.

Friday, January 27, 2006

Ernährungsfragen

Es liegen ein paar harte Tage hinter mir, kam vor lauter Arbeit kaum noch zu mir. Auf der anderen Seite hätte ich bei -27 Grad sowieso nicht allzuviel draussen unternehmen wollen, insofern war das vom timing her eigentlich sehr günstig.
Zwei Wochen lang war mir jeglicher Geruchssinn völlig abhold, was Anfang der Wiche beinah zu meinem chemischen Untergang geführt hätte. Aber irgendwie müssen die teflon Gase doch etwas bewirkt haben, denn mein Geruchssinn kehrte Tags darauf wieder. Einerseits eine sehr erfreuliche Erscheinung, andererseits sah ich mich daraufhin auf der Stelle veranlasst, diverse Nahrungsmittel in meinem Kühlschrank, die ich bis zum Vortag noch unbesorgt verzehrt hatte, vollständig zu entsorgen. Die nächsten beiden Tage glichen einem wissenschaftlichen experiment: Wie lange kann ein Mensch von Erdnussbutterbroten und Salzgurken leben? Ich sag mal so: Zwei Tage mindestens, aber am dritten Tage gingen mir endlich doch die Salzgurken aus. Mein viertes Erdnussbutterbrot am Donnerstag begann mich eindeutig zu langweilen. Ich begann mich mit meinem Essverhalten auseinanderzusetzen und wählte einen imaginären Gesprächspartner, den ich Brigitte nannte. Brigitte sagte: es ist kein Wunder, dass du dauernd krank bist!.
Ich brach unser imaginäres Gespräch sofort ab, denn sowas kann ich gar nicht leiden, dieses "selber schuld" Gerede. Trotzdem musste ich zugeben, dass da was dran war und beschloss qualitativ hochwertige Nahrungsmittel einkaufen zu gehen. Das bedeutet natürlich im KaDeWe, wenn schon denn schon.
Zur Tat und ins Freie schreitend stellte ich ausserdem erfreut fest, dass es sich auf mollige -8 Grad erwärmt hat inzwischen. Fast schon T-shirt Wetter, und Sonne gibts auch!
Im KaDeWe fand mich gleich in der Süsswarenabteilung wieder, die eröffnet sich einem gleich vor dem Fahrstuhl.Ich stellte fest, dass es dort die beste Schokolade aller Zeiten gibt, und nachdem ich eine Tafel Venchi Chili Schokolade, zwei Gläser Wiener Konfitüre und einen Cappuccino erstanden hatte war mein Lebensmittel Budget für diese Woche leider erschöpft. Naja, es reichte noch für ein Glas Salzgurken beim Extra um die Ecke.
Heute also Erdnussbutterbrote mit Gurken und Konfitüre. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, nicht wahr, Brigitte?
Interessanterweise hat Else mich neulich erinnert, dass ich ja mal ein Kochbuch machen wollte. Sie hatte auch ein Photo von mir, gemacht an dem Tag als ich diesen Plan hatte und Photos lügen ja bekanntlich nicht. Komischerweiose bin ich immer die erste, die meine Pläne vergisst *schüttelt den Kopf leicht irritiert*
Sollte ich vielleicht wieder ins Auge fassen diesen Plan, damit könnte ich mir gegebenenfalls sogar die Schokoladensucht finanzieren.

Wednesday, January 25, 2006

Pherotones

Wider Erwarten habe ich auch die selbstverschuldete Teflon-vergiftung überlebt, wobei ich allerdings in der Latenzphase vor Ausbruch des Polymerfiebers nicht müßig war, sondern Vorbereitungen getroffen habe zwecks Standesgemäßer Grabsetzung, etc. Und auch wenn ich diesmal noch glimpflich davongekommen bin, so werde ich doch von nun an leichter sterben mit dem Wissen, dass ein guter Freund mir einen Trauermarsch komponieren wird, wie einst Mendelsohn dem Burgmüller. Mit dem Unterschied, dass mein Trauermarsch einen oder mehrere der neuen pherotones eingebaut bekommt. Das wird eine Beerdigung werden von der man noch lange sprechen wird.
Hatte heute Russischtest und kann mich jetzt wieder auf andere wichtige und schreckliche Dinge konzentrieren. Danach melde ich mich entweder selbst wieder hier oder werde mitteilen lassen wo und wann die Graborgie stattfindet.

Tuesday, January 24, 2006

Wikinger im Polymerfieber

Bin zwar immer noch krank, wähne mich aber doch allmählich auf dem Weg der Besserung....bzw mal sehen.
Ich machte mich am Nachmittag auf den Weg zum Postamt um mir ein Paket von Else abzuholen. Ein Weg noch erhärtet durch mindestens zweistellige Minusgrade, aber es hat sich natürlich allein der Mütze wegen gelohnt die ihc darinnen fand, eine Mütze die meine Wikingergene vortrefflich hervorhebt.
So sass ich also mit meinem Mützchen in meiner Küche und beschloss einen Topf mit Wasser auf den Herd zu setzen. So sass ich also mit meinem kochenden Wasser in der Küche und las. Schon bald sass ich mit meinem Topf und ohne Wasser und nur einer dampfenden Schicht Teflon in meiner Küche und las. Und merkte das mit dem fehlenden Wasser erst rein zufällig nach etwa einer Stunde. Als Mensch ohne Geruchssinn alles brav inhaliert.
Und hier sieht man wieder, wie so ein Sinnesorgan doch wirklich einen Sinn hätte, denn jeder Mensch, dessen Stirnhöhlen und Nase funktionieren hätte die Teflonvergasung bereits nach wenigen Minuten bemerkt und unterbunden. Ich erwarte den Eintritt des wohlverdienten Polymerfiebers irgendwann im Laufe der Nacht.
Ansonsten war ich nicht Schneewittchen am Wochenende, mangels Schnee, sondern eine Art Pistenmensch hinter Rotlichtlampe. Auch schön.
Draussen brannte heute Abend eine Tonne, sah aus wie ein Lagerfeuer und manchmal ein bisshcen wie ein Feuerwerk. Keine heisse Asche einfüllen.

Friday, January 20, 2006

Schneewittchen

Heute kam ich mit leichter Verspätung ins Klassenzimmer und fand, dass von ehemals 24 Studenten nur zwei es geschafft hatten....
So ergab sich die Gelegenheit noch ausgiebig russisches Vokabular für diverse Krankheitsfälle einzuüben. Ich hab so ein Gefühl, dass das nicht schaden kann.
Morgen und Sonntag ist ganztägig Blockseminar Performance, das wird interessant werden.Vorhin hab ich mir überlegt, ich sollte was mit Schnee machen. Das muss man doch ausnutzen.
Ich hab sonst eigentlich wenig zu sagen und würde gerne schlafen gehen, kann aber noch nicht,weil der Ofen noch bewacht sein will.
Ein hartes Schicksal, so ein Ofen. Gut dass ich umziehe bevor mir die Kohle ausgeht.

Thursday, January 19, 2006

Völkerverständigung

Ich bin mir nicht sicher ob Fieberwahn oder Paranoia mich gestern erfasste. Mehr kann ich dazu an dieser Stelle noch nicht sagen (Paranoia). Sagen wir einfach mal, zwischen Russland, Deutschland und USA gibt es noch einiges zu völkerverständigen. Gut also, dass ich das hier in Angriff nehme. Von der letzten Stunde ist zwar wegen Hirnverschleimung nicht viel hängen geblieben, aber einige wichtige Stichwörter doch. Ich fühle mich allmählich sprachlich ganz gut gewappnet:
осторожно! - Vorsicht!
я устала - ich bin müde
я голодная как волк - ich bin hungrig wie ein Wolf
я больна - ich bin krank
холоднo - es ist kalt
рыбная солянка - Fisch Soljanka
точно - genau
бедная Йоханна - arme Johanna
молодой человек - junger Mann
ну и чëрт с тоъой! - nun zum Teufel mit dir!

Was kann da noch schief gehen?

Tuesday, January 17, 2006

Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker

Heute morgen erwachte ich und beschloss, dass es mir schon viel besser geht. Ihc schrieb auch mehrere dementsprechende emails. Dass das nicht der Fall war stellte sich heraus, als ich versuchte diesen Satz akustisch wiederzugeben. Ein Versagen auf der ganzen Linie. Als ich dann noch in die unangenehme Lage kam an einem Schleimpfropf in meinen Bronchien fast zu ersticken, weil ich zufällig keine Luft in den Lungen hatte um das ganze raus zu husten und weil es so weh tat, beschloss ich doch nochmal Rat einzuholen. Aber wo?

Fragen Sie ihren Arzt......
Arzt scheidet aus, ich hab keine Versicherung und nur wenig Vertrauen. Mir fiel spontan die Mutter ein, die kommt im Film auch immer und pflegt das Kind gesund. Oder bringt Vick Vaporup oder sowas. Meine riet mir per email, ich solle im Zweifelsfall behaupten ich hätte engen Kontakt mit Geflügel gehabt, dann würden sich sofort 3 Professoren im Charite intensiv um mich kümmern.
Ganz soweit bin ich glaub ich noch nicht.

.....oder Apotheker.
Ich schleppte mich also zur Apotheke.
Der Apotheker wartete schon auf mich, ich sah es deutlich. Ich sagte ihm, mir sei zu schleimlösenden Mitteln geraten worden.

Er : Was liegt denn vor?
Ich: Ich bin erkältet.
Er (verärgert): Was ist denn das für eine Aussage?
Ich: ???
Er : Was wollen Sie denn haben?
Ich: Was empfehlen Sie denn?
Er (pikiert): Ich empfehle gar nichts.
Ich: ???
Er : Da haben wir diverse Schleimlöser (zeigt auf eine Sammlung bunter Schachteln)
Ich: Hm. Die grünen vielleicht? Oder die weissen?
Er (sieht ein, dass Kundin hilfsbedürftig): Wollen Sie chemisch oder pflanzlich?
Ich: Welche wirken denn besser?
Er (verärgert): Ich frage nach IHRER GRUNDEINSTELLUNG!
Ich: Ich hab keine Vorurteile....solange es wirkt.
Er (ungeduldig): Also?
Ich: Das günstigste, bitte.
Er (noch verärgerter): Das Chemische.
Ich:(zahle)
Ich nochmal: Ach ja, hat das denn Nebenwirkungen?
Er (herablassend): Kann ich nicht sagen. ALLES kann Nebenwirkungen haben.
Ich: Aha.
Er: Normalerweise beschwert sich niemand.
Ich (denke): Ab einer bestimmten Kategorie von Nebenwirkung beschwert man sich nicht mehr...
(Aber ich behalte das für mich)

Inzwischen ist mir nicht nur krank sondern auch schlecht, aber immerhin breche ich mit dem guten Gefühl zusammen alles versucht zu haben.

Monday, January 16, 2006

Knut und Gerda

Jetzt poste ich einfach durch den Hintereingang, weil vorne ein "unexpected error" mich davon abhält. Mal sehen ob das klappt.
Mann, war das voll bei der Lesung! Ganz Berlin und halb Leipzig waren da, wahrscheinlich weil Else so viel Werbung gemacht hat.
Die Meinungen in unserer kleinen Runde gestern waren ja sehr geteilt, was Gerda betrifft, von ganz toll bis zum Erbrechen.
Ich sag mal so, ich finde es ist sehr lobenswert wenn Leute die Erinnerungen älterer Menschen aufzeichnen. Sollte viel öfter geschehen. Immer alles aufschreiben, kann ich nur befürworten. Und man soll es meinetwegen auch publizieren, wenn man das schafft. Und Gerdas Schweigen ist ja auch ein sehr nettes Buch, so eine Art Familienerinnerung mit KZ Einlage.
Neue Erkenntnisse hatte nach der Lesung allerdings glaub ich niemand gewonnen....ausser, dass KZ nicht lustig war....
Aber wenn man gern KZ-Erinnerungen liest ist das sicher nicht das schlechteste Buch.
Der Film danach war aber wirklich sehr gut. Nacht und Nebel von Alain Resnais mit Musik von Hans Eisler und Bearbeitung der deutschen Fassung von Paul Celan. Dieser Film hat jetzt einen festen Platz in der Kategorie "Verstörende Kinoerlebnisse mit Else Buschheuer".
Aber schön wars doch:-)

Sunday, January 15, 2006

Das Symptom zum Sonntag

Interessanterweise zuckt meine Gesichtsmuskulatur seit gestern nacht. Da kann es mit dem Gackern ja wohl auch nicht mehr lang dauern....
Hoffentlich fängt das erst nach der Lesung an.

Friday, January 13, 2006

Vorbereitungen

Ich war trotz Krankheit im Unterricht heute, weil wir doch im März nach Moskau fahren, da wäre noch so vieles zu klären. Und ich würde auch gern noch ein bisschen was lernen bevor wir fahren, denn ich kann zwar schon vieles (z.B. Personalpronomen deklinieren) aber anderes eben noch gar nicht (z.B. mich verständigen). Die Vogelgrippe verlieh meinem Hirn übrigens keine Stützflügel und überhaupt verhielt sich ganze Klasse heute recht gehirnamputiert, vermutlich aus Solidarität. Die Dozentin gab irgendwann auf und erzählte uns auf deutsch diverses über den Sprachkurs, zum Beispiel dass es dort üblicherweise keine Messer gibt beim Essen. Das find ich gut, ich kann nicht sehr elegant mit Messer und Gabel umgehen. Weniger gut fand ich, dass uns offenbar die Pässe abgenommen werden. Wir bekommen dann ein Blatt mit dem wir uns ausweisen können.....sehr wichtig. Immer dabei haben. Denn insbesondere auffällige Menschen mit braunen Augen (z.B. ich) werden gerne kontrolliert und im ausweislosen Fall verhaftet, denn man könnte ja ein Tschetschenischer Terrorist sein. Ich mache mir schon mal eine mentale Notiz den Ausweis immer dabei zu haben. Die Beamten sind dann sicher beruhigt wenn sie feststellen, dass ich lediglich ein amerikanischer Spion bin.
Ich hab mir gerade etwa 2 Liter Salzwasser ins rechte Nasenloch gespritzt, das war ein heisser Tipp von irgendwem. Soweit hab ich den Rat auch ganz richtig befolgt, nur leider kam das Salzwasser nie wieder raus, was wohl Teil 2 der Aufgabe gewesen wäre. Ich habs echt nicht so mit diesen Hausmitteln, merk ich. Irgendwie geht mir da jegliches Talent ab.
Ach ja, das muss ich auch dringend noch lernen: "ich bin krank." auf russisch. Und "ich bin müde". Bin ich nämlich gerade beides.

Und dennoch

Ich bin jetzt wohl doch krank geworden. Dabei hatte ich mich so bemüht mich von Hühnern und Türken fernzuhalten....

Tuesday, January 10, 2006

Die Natur. Mal wieder.

Seit ich in New York war und bei meinem Bekannten Lavendel-shampoo benutzt habe geht mir der Geruch nicht mehr aus dem Sinn. Ich bin fast davon besessen, vor allem seit ich festgestellt habe, dass Lavendelshampoo in Deutschland Mangelware zu sein scheint. Ich kam aber heute zufällig an L'Occitane vorbei und wurde auch tatsächlich fündig. Allerdings war die Flasche Shampoo gross, teuer und uneinriechbar. Ich hätte gern erst mal was kleineres probiert, man weiss ja nie bei französischen Produkten...
Ich fragte also die Verkäuferin ob es kleinere Darreichungsformen gäbe.
Die gäbe es nicht, aber alle Produkte seien wunderbar.
Ich hatte aber immer noch Zweifel und meinte, es könne aber doch immer zu Unverträglichkeiten kommen, was ärgerlich ist wenn das Zeug dann noch Literweise rumsteht.
Sie beteuerte weiter, dass nur reinste Öle und so weiter verwendet würden, alles reine Natur....
"Kokain ist auch sehr natürlich" warf ich ein. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass auch reine Naturprodukte z.B. die Schleimhäute und anderes reizen können. Aber falls Sie mal in einer ähnlichen Situation sind empfehle ich ein anderes Gleichnis zu wählen.
Die Verkäuferin war sogleich sehr eingeschnappt und sagte, dazu könne sie nichts sagen, sie wisse nicht einmal wie das Zeug aussehe und auch meine Beteuerungen, dass sie und alle ihre Produkte über jeden Verdacht erhaben seien konnte sie nicht versöhnen.
Ich beschloss auf den Kauf zu verzichten, bei diesem Shampoo scheinen Reizungen sogar schon vor der Anwendung aufzutreten.

Monday, January 09, 2006

Kundalini erste Einstellung und fertig

Ich mach ja schon seit Jahrzehnten immer mal wieder Yoga, ich hab auch schon fast alle Arten ausprobiert glaub ich....also so das Gängige: Hatha, Ishta, Ashtanga, Anusara, Nidra, Vinyasa und so. Nur nicht Bikram, das ist mir zu heiss. Und nicht Kundalini, das gabs immer nur in Kombination mit äusserst fragwürdigen Lokalitäten und Philosophien. Aber hier in Berlin gibt es ja Kundalini an jeder Ecke, unter anderem auch bei mir um ebendiese.
Meine Nachbarin hatte noch nie davon gehört und schaute mich sehr skeptisch an. Dann erinnerte sie mich aber doch ein paar Wochen später wieder daran: was denn jetzt sei mit dem- wie hiess es denn noch? ----mit diesem----Kunnilingi?
Weil ich es endlich mal wissen wollte, was es damit auf sich hat und weil meine Nachbarin das Ganze offenbar missverstanden hatte gingen wir heute mal zusammen zu einer Probestunde.
Der erste Eindruck wirkte vage vertraut: Menschen sitzen mit gekreuzten Beinen auf Matten. Allerdings waren die Teilnehmer in weisse oder orangefarbene fliessende Stoffe gewandet und der Räucherstäbchengehalt der Luft war deutlich höher als gewöhnlich, grenzwertig unatembar.....eines muss man Kohlenmonoxid ja lassen, es ist vergleichsweise unaufdringlich....
Die Stunde fing auch ziemlich normal an: Ruhig werden, gerade sitzen, atmen. Nur an der Stelle wo andere Yogarichtungen "Om" sagen fingen alle Kundalinis plötzlich an hysterisch zu kreischen. Ich beschloss, nachdem ich mich vom ersten Schrecken erholt hatte offenen Geistes zu bleiben. Es wurde leider nicht besser. Als nächstes mussten wir so tun als seien wir ein Kosmischer Tisch und uns entsprechend hinbiegen, damit der Kosmos uns decken kann. Das Tischdecken wurde von schrecklicher indischer Popmusik begleitet und als Highlight sollten wir dann den Schliessmuskel am After um die Geschlechtsorgane spannen oder so......"wow, super!" sagte die Leiterin. An dieser Stelle erlitt meine Nachbarin einen Lachkrampf, verliess die Klasse und kehrte nicht wieder.
Ich beschloss weiterhin offenen Geistes zu sein und zu verweilen. Immerhin sind da ja einige "i" in Kundalini und am Ende würde mir das Tüpfelchen entgehen.
Das Tüpfelchen kam nach weiteren Tischdeckungs-Rockmusik Massnahmen in Form des Abschluss Mantras. Dieses mal wurde nicht gekreischt sondern gezischt. Alle Sätze endeten in einem langgezogenen "tssssssscccccchhhhhhhhhh". Ich fand das bein ersten Durchgang sogar noch recht interessant. Beim dritten schon weniger. Beim zehnten Mal begann ich der Situation durchaus humorvolle Aspekte abzugewinnen. 10 Minuten später wäre ich sehr gerne gegangen.
Ich entkam gleich nach dem offiziellem Auszischen. Vor der Tür stand ein junger Mann und blickte interessiert. "Haben Sie da eben so geschrien?" fragte er. "Nur gezischt" verteidigte ich mich und ging.
Aber ich muss schon sagen, ich fühl mich seit dieser Stunde wirklich seltsam. Fast ein bisschen wie - jetzt weiss ichs - wie ein Tisch.

Sunday, January 08, 2006

Hamburg in Berlin

War im Hamburger Bahnhof heute. Und es lohnt sich wirklich, nicht nur weil es draussen so kalt ist und weit und breit keine andere Fluchtmöglichkeit. Die Bechers waren keine Offenbarung, obwohl ich noch nie soviele auf einmal gesehen hatte. Mehr interessiert hat mihc die permanente Kollektion und die Fast Nichts Ausstellung. Bruce Nauman hat ein paar tolle Sachen in dieser Ausstellung....Allerdings nahm mich die Aufsicht beiseite und fragte, was um Himmels Willen der Sammler denn in dem kackbraunen Schaumgummi sähe. Oder was denn das komische schwarze Plastikteil darstellen solle. Das könne er zu Hause auch machen!
Ich war in Eile und empfel ihm, das Ganze zu Hause zu imitieren und dann heimlich auszutauschen um zu sehen ob es jemand merkt.

Und jetzt etwas völlig anderes, ich glaube mir sind die jeweils dritten Zehen abgefroren.
Naja, dann kann mir das in Moskau schon nicht mehr passieren.

Friday, January 06, 2006

Dabei sein ist alles

Nach zweiwöchiger Vernachlässigung meiner Studien hatte ich sehr zwiespältige Gefühle, als ich mich heute Morgen einem Russisch Test stellte. Diese Gefühle müssen andere auch gehabt haben, denn es fehlte etwa die Hälfte der Klasse. Was kann ich sagen. Immerhin hab ichs jetzt hinter mir.
Obwohl ich seit kurzem nur Negatives über Moskau höre werde ich demnächst meinen Flug buchen.

Wednesday, January 04, 2006

re-aklimatisierung

Hab zwar noch heftig verschlafen, weil NY schedule im Körper. Aber ich gewöhne mich wieder ein langsam....
heute ist auch meine Nachbarin Lisa wieder von Tournee gekommen, von nun an kann es eigentlich nur bergauf gehen (wie Hildegard Knef schon sagte).
Jetzt müsste ich es nur noch hinkriegen mich auf den Unterricht morgen vorzubereiten, das wäre sehr ratsam.
Ach ja, jemand hat meine Korea Beschreibungen verlinkt und ich empfange abwechselnd Hassmails und Lobmails. Es scheint da zwei streng getrennte Gruppen von Korea Kennern zu geben.
Aber es geht schliesslich nichts über freie Meinungsäusserung, wir sind ja hier nicht in Korea.

Sunday, January 01, 2006

Wieder daheim

Ich bin dem Neuen Jahr über dem Atlantik irgendwo begegnet, es glitt still und bescheiden an uns vorbei.
Ansonsten ein ereignisloser Flug, wahrscheinlich weil ich als Lektüre Fear of Flying dabei hatte. Das ist die weibliche Variante von portnoy's complaint scheint mir, hochinteressant wie sich die Zeiten doch geändert haben.
Mir mir und dem neuen Jahr kam offenbar auch das Tauwetter nach Berlin, so dass ich vom Flughafen bis nach Hause einen guten Rutsch im braunen Schlamm hatte. Immerhin ist es sehr ruhig in Berlin, das ist doch auch was wert.