auf ein letztes
Die letzten beiden Tage waren mit Sicherheit die herausfordernsten meines Aufenthaltes. Das lag unter anderem daran, dass ich jeglicher Hilfsmittel wie anderer Leute Handys und regelmaessigem Internetzugang beraubt war und somit voellig isoliert war, aber andererseits verschiedene Soziale Verpflichtungen hatte denen nachzukommen sich ohne Kommunikationsmittel als aeusserst schwierig darstellte....
Erwaehnte ich schon, dass das Puschkin Institut von verbitterten Damen um die 50 betrieben wird, die niemals auf die Idee kaemen etwas freiwillig fuer jemand anderen zu tun? Waehrend das ueblicherweise nur zu laengeren Wartezeiten und anderen Unannehmlichkeiten fuehrte wurde der Versuch eine Telefonkarte zu erstehen beinah zur existenziellen Bedrohung. Die Dame bestand fest darauf, es sei die richtige Karte und las wiederholt vor, dass man eine 9 vorwaehlen muesse. Ich versuchte ihr zu versichern, dass ich eine Nummer erst waehlen kann, wenn eine richtige Karte im Telefon steckt. Gerettet wurde ich durch eine zweite aeltere Dame, die besser streiten konnte als ich. Sie vertrat meinen Standpunkt. Aber wusste auch nicht wo man diese Karten kaufen koenne.
Ich beschloss in die Telefonzentrale gegenueber zu gehen. Dort wollte man mir aber auch keine Karte verkaufen. Eine Zwillingsschwester der ersten unfreundlichen Dame versicherte mir, es sei guenstiger bei ihnen in der Kabine zu telefonieren. Und ich solle mich bitte entscheiden was ich wolle. Ich gab nach und wollte nur noch telefonieren, die Zeit draengte. Geld solle ich ihr geben. Ich zoegerte, weil mit diesem System nicht vertraut. Das war aber falsch, denn sie wurde jetzt richtig boese: dengi, dengi, dengi! schrie sie. Ich fragte schnell wieviel, denn sie litt sicher auch an hohem Blutdruck und war auch schon ganz rot im Gesicht. Das wisse sie nicht, je nachdem wie lange ich telefonieren wolle. Ich gab ihr 10 Rubel. Das sei eine Minute, sagte sie veraechtlich. Ich gab ihr noch 10 und sie schickte mich in eine Kabine. Wenn ich eine Stimme hoere soll ich 3 waehlen.
Ich waehlte und eine Frauenstimme sagte etwas. Ich drueckte die 3.
Hysterisches Geschrei hinter mir: Ich solle nur 3 druecken, wenn die Stimme "Allo, Allo" sagt!!! Offenbar war das die Stoerungsansage gewesen. Woher soll ich das denn wissen. Immerhin, beim zweiten Versuch war ich erfolgreich.
Den naechsten Anruf beschloss ich anderswo zu taetigen und verliess die Telefonzentrale.
Aber wo? Leider fand ich in der naechsten Stunde keine Alternativen und ging schliesslich ins Internet Cafe. An der Theke sass ein junger Mann. Dem erklaerte ich, dass ich kein Telefon haette und dringend mal telefonieren muesse. Er verstand das innerhalb von Sekunden, wollte wissen ob ich die Nummer wuesste und gab mir sein Handy. Dafuer verlangte er gar nichts.
Wenn das hier eine Southpark episode waere wuerde ich jetzt die Moral herausdestillieren. So geh ich jetzt erst mal packen.

1 Comments:
stutenbissige verbitterte weiber "um die 50", welche besser aussehenden und vor allem jünger aussehenden weibern ihrer generation immer nur grantig begegnen, gibt es überall auf der welt -jedenfalls sicher in deutschland und dem ex-jugoslawien, wie ich selbst leidvoll erfahren durfte. deshalb: mach dir keine sorgen!
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