Thursday, February 16, 2006

Prenzlauer Angleichung

Ich wollte diese Woche, in der ich halbwegs gesund (wenn auch übermüdet) bin nicht verstreichen lassen ohne vor der nächsten Krankheit noch zum Friseur zu gehen. Die Frau die mich sanft duzte und zum platznehmen aufforderte sah sehr schön, jung und hip aus, genau die richtige Mischung aus selbstbestimmter Powerfrau und häuslich begnadeter Weiblichkeit, die man in der Gegend um die Eberswalder Strasse gern und häufig antrifft. Sie fragte mich nach meinen Vorstellungen. Ich hatte viele. Dreads zum Beispiel. Davon riet sie mir sanft und nachdrücklich ab. Dann ganz ganz weiss, wie Schnee. Davon wurde mir noch bestimmter abgeraten, vermutlich schon aus Zeitgründen und der schlechten Erfolgsaussichten. Dann eben hinten ganz abrasieren, Nackenfreiheit und vorne exakt zugeschnitten. Hier weigerte sie sich schon viel energischer, wenn ich was Neonazimässiges wolle müsse ich schon nach Marzahn.
Sie schlug stattdessen vor etwas im Stil von Amelie zu versuchen. War mir auch recht. Wenn ich den Mund halte und schaue als wüsste ich was, seh ich jetzt fast aus als sei ich hier auf dem Prenzlauer Berg zuhause. Jedem gefällt die Frisur sehr gut. Aber wer weiss, vielleicht geh ich nächstes mal doch nach Marzahn.....

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