Friday, January 13, 2006

Vorbereitungen

Ich war trotz Krankheit im Unterricht heute, weil wir doch im März nach Moskau fahren, da wäre noch so vieles zu klären. Und ich würde auch gern noch ein bisschen was lernen bevor wir fahren, denn ich kann zwar schon vieles (z.B. Personalpronomen deklinieren) aber anderes eben noch gar nicht (z.B. mich verständigen). Die Vogelgrippe verlieh meinem Hirn übrigens keine Stützflügel und überhaupt verhielt sich ganze Klasse heute recht gehirnamputiert, vermutlich aus Solidarität. Die Dozentin gab irgendwann auf und erzählte uns auf deutsch diverses über den Sprachkurs, zum Beispiel dass es dort üblicherweise keine Messer gibt beim Essen. Das find ich gut, ich kann nicht sehr elegant mit Messer und Gabel umgehen. Weniger gut fand ich, dass uns offenbar die Pässe abgenommen werden. Wir bekommen dann ein Blatt mit dem wir uns ausweisen können.....sehr wichtig. Immer dabei haben. Denn insbesondere auffällige Menschen mit braunen Augen (z.B. ich) werden gerne kontrolliert und im ausweislosen Fall verhaftet, denn man könnte ja ein Tschetschenischer Terrorist sein. Ich mache mir schon mal eine mentale Notiz den Ausweis immer dabei zu haben. Die Beamten sind dann sicher beruhigt wenn sie feststellen, dass ich lediglich ein amerikanischer Spion bin.
Ich hab mir gerade etwa 2 Liter Salzwasser ins rechte Nasenloch gespritzt, das war ein heisser Tipp von irgendwem. Soweit hab ich den Rat auch ganz richtig befolgt, nur leider kam das Salzwasser nie wieder raus, was wohl Teil 2 der Aufgabe gewesen wäre. Ich habs echt nicht so mit diesen Hausmitteln, merk ich. Irgendwie geht mir da jegliches Talent ab.
Ach ja, das muss ich auch dringend noch lernen: "ich bin krank." auf russisch. Und "ich bin müde". Bin ich nämlich gerade beides.

8 Comments:

LitTalk said...

Hallo Johanna,

du schreibst: "..., ich kann nicht sehr elegant mit Messer und Gabel umgehen."

Böse (europäische) Zungen behaupten ja, dass Amerikaner sowieso Schwierigkeiten mit dem Umgang von Messer und Gabel haben.

Anmerkung: Schwierigkeiten beim Gebrauch von Löffel und Gabel kann man ja auf elegante Art lösen, dafür gibt's den sog. "Göffel".

In diesem Sinne liebe Grüße
Tasso J.M.

9:29 AM  
Scayla said...

was in russland auch gut kommt: bestechungsgeschenke. heißer tipp: kaffee und zigaretten. nur für den notfall.

6:22 PM  
Scayla said...

Я больна - ich bin krank.
я устаю - ich bin müde. ( bin mir aber nicht ganz sicher, ob das so stimmt)

7:20 PM  
bloggnjus said...

Da muss ich LitTalk recht geben, gehe mal in den McDonalds oder BurgerKing und verlange Messer, Gabel und Besteck zum Hamburger ;-)

7:44 PM  
Johanna said...

Ich freue mich immer, wenn ich selbst als Bildungsinbürger Vorurteile bestätigen kann. Ansonsten sag ich nur Я больна, und hoffe das ist nix unanständiges. Danke Scayla...
Aber interessant, isst du dein Butterbrot auch mit Messer und Gabel, bloggnjus?

8:36 PM  
LitTalk said...

Hallo Johanna, scayla und bloggnjus,

was ich damit sagen wollte, ist die Angewohnheit in den USA, die Mahlzeit auf dem Teller zunächst klein zuschneiden, anschließend das Messer aus der Hand zulegen, und dann die Gabel in die rechte Hand zu nehmen. Ziemlich umständlich, finde ich als Europäer. Direkt vor Ort habe ich noch nie so richtig aufgepasst. Ich neige nicht dazu, anderen Gästen auf ihre Teller zu stieren.

In diesem Sinne liebe Grüße
Tasso J.M.

9:52 PM  
Scayla said...

...das sind wohl die 40% des typischen amerikaners, die auch in mir stecken: ich esse auch oft so.
wenn man nämlich so isst, wie du es beschreibst, dann hat man beim eigentlichen verzehr wenigstens die linke hand für wilde gestikulation zur verfügung.

9:10 AM  
LitTalk said...

Hallo scayla,

das hat was für sich! ;-)

10:54 AM  

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