Monday, November 28, 2005

Spessart Sekte

Wo ich schon hier sitze und es draussen rieselt:
Ich bin gestern vom überfüllten Kaufhaus in den Schnee und dann in meiner Not in den warmen gemütlichen Laden geflüchtet, wo die Menschen freundlich und schlank sind und warmen Tee und Lebkuchen aus friedlicher Landwirtschaft anbieten. Ich konnte dann auch gar nicht anders als einen erstaunlich leckeren und erstaunlich teuren und ganz zweifelsohne auch friedlichen Lebkuchen zu erstehen.
"Sie kennen ja sicher unser Einkaufsland bei Marktheidenfeld?" lächelte die liebreizende und friedliche Verkäuferin. Ich musste verneinen, aber ob es nicht auch einen Stand in Frankfurt gäbe?
"Ja, ja. In Frankfurt, in Dietzenbach....wir sind überall" Sie strahlt. "Wollen sie noch einen Wintertrank?" Ich erinnere mich an Märchen aus meiner Kindheit die vor der Einnahme von Speis und Trank in solchen Situationen strikt warnten. Das Eintreten neuer Kundschaft als Anlass zum eleganten Abgang nehmend entkam ich ohne in ein Schaf verwandelt worden zu sein (oder was immer da pssieren könnte) und verschenkte später den Lebkuchen an meine Familie. Es war dann auch sehr friedlich gestern abend.

Aschaffenburger Intermezzo II.

Ich war inzwischen auf dem Weihnachtsmarkt und kann das mit den "unverhältnismässig viele dicke Menschen, die in engen Gängen rumstehen" bestätigen. Obwohl es immer noch nicht so schlimm ist wie in Busan, wo die Leute zwar im Schnitt dünner sind, aber zahlreicher und zäher im Stehen. Weihnachtsmarkt pflege ich sowieso weiträumig zu umgehen, nicht weiter schlimm also. Aber es wat ja gestern auch verkaufsoffener Sonntag, und es zeigt sich, dass der deutsche Bürger offenbar ein grosses Konsumbedürfnis hat, so voll war es seit den langen Advents-Samstagen nicht mehr. Also lasst uns doch endlich die Gesetze lockern, es würde besonders solch unorganisierten Personen wie mir sehr entgegenkommen und ganz offensichtlich auch dicken Menschen mit Konsumbedürfnis beim im Weg stehen weiterhelfen.
Draussen rieselt der Schnee und mir ist drinnen schon so kalt, dass ich das mit dem rausgehen lieber gar nicht erst probiere. Mein Zug fährt morgen um 8, vielleicht wird es ja bis dahin wieder wärmer.

Sunday, November 27, 2005

Von einem anderen Ort

Dieses Wochenende berichte ich aus Aschaffenburg. Aufgrund der zunehmenden Verwinterung beschloss ich Freitag eine Mitfahrgelegenheit von Berlin zu nutzen und meine Winterkleidung zu requirieren....
Eigentlich hatte man mich ja gewarnt, wegen Freitagsverkehr und Schnee. Aber ich hatte keine Lust mit der Bahn zu fahren, da weiss man bei schlechtem Wetter nämlich auch nie und ausserdem zu teuer. Daraufhin wurde mir geraten, zumindest auf Winterreifen zu bestehen. Gabs aber auch keine. Bin trotzdem mitgefahren und wie durch ein Wunder sind wir recht sanft bis nach Aschaffenburg durchgeschliddert....faszinierend vor allem wegen des totalen Verkehrsstillstands in der Gegenrichtung. Es war wirklich gespenstisch: völlige und sehr kalte Nacht, 20 km auf der Autobahn abgestellte LKWs, kein Laut, kein Licht, nur stumme Verzweiflung. Die letzten 2 km hatten noch die Motoren laufen, die konnten ja nicht wissen, was wir wussten. Nämlich, dass es niemals weitergehen wird, zumindest nicht in dieser Nacht. Dass ich so unbeschadet ankam halte ich fast für göttliches Wirken. Danke schön!
Interessanterweise sind Häuser mit Zentralheizung oft auch sehr kalt. Mit Kopfschütteln wurde quittiert, dass ich das vergessen hatte. Ich war wirklich schon sehr viele Winter nicht mehr in Deutschland, ich weiss jetzt auch wieder warum. Meine Winterkleidung muss auch irgendwo anders sein, wahrscheinlich in NY, oder vielleicht hab ich auch gar keine Wintersachen? Alles Einbildung, genau wie die funktionierende Heizung? Immerhin meine Schals sind hier, ein Anfang. Von meiner sehr beschäftigten Familie wurde mir im vorbeihasten mitgeteilt, dass ich den Einbau von Rollläden am Montag überwachen soll und daß es in Aschaffenburg unverhältnismäßig viele sehr dicke Menschen gibt, die bevorzugt in engen Korridoren stehen. So ein Besuhc zuhause in der freundlichen Kleinstadt erfreut doch immer wieder aufs Neue.
Ausserdem ist heute der 1.Advent. Herzlichen Glückwunsch!

Tuesday, November 22, 2005

Meldung

Seit ich nur noch im Gang online bin, und auch da oft nicht gut, müssen sich meine Recherchen im Moment auf wesentliches beschränken. Also suchte ich ganz fix noch heute morgen die Adresse vom Einwohnermeldeamt raus, rannte schnell hin und wurde dann von den amüsierten Polizeibeamten, die ich unter dieser Adresse fand, ans andere Ende der Stadt geschickt.
Trotzdem waerte es lange und wurde doch gut: ich bin seit heute offiziel gemeldet. Ich spür zwar noch nichts, aber vielleicht kommt das ja noch.

Monday, November 21, 2005

Und jetzt zu etwas voellig anderem

Wie versprochen haben wir das Thema Natur erst mal abgehandelt auch wenn mein Versuch "wonderbread" zu kaufen am deutschen Sonntag kläglich gescheitert ist.
Beim Frühstück, bestehend aus Maggi Hühnersuppe und sauren Gurken hab ich mich sowieso wieder mal gefragt, warum das so sein muss mit dem Sonntag. Wo das doch echt der einzige Tag ist wo alle zusammen mal einkaufen könnten.
Aber jetzt zum eigentlichen Eintrag: die Kunst. Am Samstag war ich auf einer Vernissage. Gallerien gibts ja hier wie Sand am Meer, aber in dieser arbeitet eine Freundin, deshalb ist bin ich da sogar ganz beabsichtigt mal rein. Rief gleich lauthals meiner Bekannten zu wo denn der Künstler sei. Er stand in 5 cm Entfernung neben mir.
Ich reagierte sofort diplomatisch und gratulierte ihm zu seinem klangvollen Namen....dann wurde ich auch schon vom Galleristen dezent beiseite geschoben und weitere Tiefsinnigkeiten blieben mir erspart. Nicht, dass die Bilder schlecht gewesen wären, sogar teilweise sehr ansprechend. Nichts sonderlich neues oder revolutionäres. Eher ein tolles Beispiel für den Stil unserer Zeit, was sich auch im Preis reflektierte....Die Preisliste war in der Tat mit Abstand die grösste Inspiration des Abends und ich verliess die Ausstellung mit dem festen Vorsatz wieder mehr zu malen.

Saturday, November 19, 2005

Essener Essen

Ein letzter Beitrag zum Thema Natur im weitesten Sinne: Ich war im Bioladen und erspäte ein Brot hinter der Theke, dasss sich selbst meinen sehr krzsichtigen Augen als "andersartig" darbot. Andere Form, andere Farbe, andere Struktur. Und weil ich sowas dann immer gleich probieren muss (80% der Fälle bereue ich gleich darauf) hab ichs dann auch gekauft. Es bezeichnete sich laut Ettiket als Essener Fladen. Ich vermutete eine Spezialität der Stadt Essen. Oder vielleicht noch "Brot zum Essen". Sowas in der Art eben. Allerdings hätte mir vielleicht zu denken geben sollen, dass die Verkäuferin mich so seltsam verbesserte und sagte" Essener.
Zuhause untersuchte ich das brot eingehernder: flach, fest und grob. Dann der Geschmachstest: Fad und matschig. Inzwischen habe ich ein paar Untersuchungen angestellt und das Matschige mit der Keimung in Verbindung gebracht. Sicher sehr gesund. Versuche, das Brot über offenem Feuer fertigzubacken scheiterten an der Bröckligkeit.
Falls jemand in den Katzenkeller gehen will und Kohle für mich holen, so belohne ich ihn mit einer Scheibe Brot. Oder zwei.
Das ist das Angebot der Woche, greift zu solange es kalt ist.

Friday, November 18, 2005

Die Natur ist unaufhaltsam

Das Problem mit meiner Ofenheizung ist übrigens nicht das heizen, sondern die Katzenscheisse, durch die ich waten muss um an die Kohlen zu kommen. Heute war der erste Schnee, was meinem immer noch un gelösten und vernachlässigten Schuhproblem eine neue Dringlichkeit gibt.
Es ist die Zeit des Jahres angebrochen zu der ich vermehrt Produkte im Kühlregal finde, die bis zu meinem Geburtstag haltbar sind. Die kauf ich dann aus Solidarität. Gemeinsames Verfallsdatum quasi. Was mich daran erinnert, dass ich mir dringend eine Geburtsurkunde besorgen muss....

Wednesday, November 16, 2005

Die Natur

Um nochmal auf Tasso und die Natur zurückzukommen, so ganz ohne Natur bin ich seit neuestem doch nicht mehr. Auf anraten meiner Nachbarin habe ich am Sonntag auf dem Flohmakt ein Schaffell erstanden. Gross und günstig. Und auf keinen Fall mit einem Lammfell zu verwechseln! Das Schaf, das in dem Fell drin gesteckt hat vorher war ein glückliches freilebendes Schaf von der Grösse eines Grizzlys und lebte ein langes erfülltes Leben bis zu seinem Tode, den ich mir gerade nicht weiter ausmalen will. All diese Informationen entnehme ich übrigens dem Fell. Und als das Fell dann so bei mir in der Wohnung war, war mit einem Male tatsächlich eine ausgeprägte Landleben-atmosphäre zu spüren und insbesondere zu riechen. So ausgeprägt, dass ich beschloss das Schaf erst einmal zu waschen. Dabei behalf ich mir mit einer ganzen Flasche Shampoo, denn Haar ist ja Haar. Denk ich mal.
Und es war verblüffend wieviel Natur ich mit dem Erwerb eines einzigen Schaffells wirklich gewonnen habe: Blätter, Zweiglein, tote Zecken, und all diese kleinen, schwarzen Klümpchen machten die Reinigung zu einer wahren Schatzsuche. Und wie es sich lohnte! Jetzt ruht sich das Schaf erst mal zum trocknen aus, dann müssen wir vielleicht nochmal...
Aber mir ist beim shampoonieren etwas Schafwasser ins Auge gespritzt. Krieg ich jetzt die Schafkrankheit?

Dreiecksbeziehung

Wie gesagt, kaum hat man eine Beziehung, schon stehen die Bewerber plötzlich Schlange....
Jetzt hat sich noch ein männlicher Netzbetreiber gemeldet, was dem ganzen eine ganz neue Dimension gibt. Allerdings haben wir Beziehungsaufbau-Probleme, leicht ist es nie. Alice hat allerdings gerade den Termin in 2 Wochen auf Mitte Dezember verschoben. Das gereicht ihr nicht zum Vorteil.

Tuesday, November 15, 2005

Beziehungskrise?

Ich stelle fest, dass sich Uschi gern von mir zurückzieht sporadisch...daran müsen wir noch arbeiten bevor ich Alice entgültig verstosse. Frauen....*schüttelt verständnislos den Kopf*

Monday, November 14, 2005

Eifersucht

Es ist wie immer: Kaum hat man sich frustriert von der abweisenden Angebeteten abgewandt und einer anderen zu, schon interessiert sich die erste plötzlich doch für einen. Besonders wenn man mit der Neuen nicht nur gepokert und geliebäugelt hat, sondern bereits eine feste Bindung eingegangen ist. Was tut man in einem solchen Fall? Folgt man seinem Herzen und geht zurück zur Ersten? Oder ist man ehrenhaft und bleibt bei der Neuen?
Problematisch auch dann, wenn man bereits das Vertrauen in die ursprüngliche Beziehung ein bisschen verloren hat, wie bei Uschi, die lange Zeit so abweisend war.
Mit anderen Worten, kaum hab ich mich mit Alice arrangiert meldet sich Uschi plötzlich. Nach kurzem Überlegen beschloss ich testweise eine Beziehung mit Uschi zu versuchen….wenn das klappt werde ich Alice wahrscheinlich verlassen, bevor wir noch so recht zusammengekommen waren.
Aber so ist das Leben.

Sunday, November 13, 2005

Guess who’s back

Ich muss mich entschuldigen, ich habe diese Seite vernachlässigt. Aber nicht absichtlich! Zwischen Dosenöffner kaufen, Hausaufgaben machen, in Internet Café rennen und gelegentliche soziale Kontakte mit Berlinbesuchern pflegen ging es einfach nicht anders….Jedesmal wenn ich doch mal kurz online war erwarteten mich etwa 40 Mails, die teilweise dringlicher Antwort bedurften und wenn ich damit fertig war war es schon wieder Zeit zur Uni zu gehen. Zweimal versuchte ich so etwas wie einen Besuch bei einem Bekannten, der allerdings so ablief, dass ichj mich sofort hinter seinen Computer klemmte und emails beantwortete. Was dem asozialem Aspekt der Situation das krönende I-Tüpfelchen verpasste war die Tatsache, dass ich mich aus Zeitmangel nach Beantwortung der mails dringend wieder verabschieden musste…
Dieses off-line sein kostet mich Zeit, Geld, Freunde, Leser, von Information ganz zu schweigen. Nachdem “Uschi” auch weiteren Aufforderungen sich erkenntlich zu geben nicht gefolgt war, war ich dann gestern doch bei “alice”, die mir versprach das Problem in absehbarer Zeit zu lösen.
Es hilft auch nichts , dass das Russisch Propädeutikum von früher 20 Wochenstunden in 2 Semestern auf 8 Wochenstunden in einem Semester gekürzt wurde, denn leider wurde die russische Sprache nicht mitgekürzt. Also jetzt eher nach dem Motto: Wir lernen zu Hause und vergleichen dann ob wir alle bei derselben Sprache angekommen sind.
Eine Bekannte erkannte ganz klar, dass ich einen russischen Liebhaber benötige. Das erinnert zwar schon wieder stark an Sex&The City, insbesondere in Kombination mit meinen Designer-Schuh Exkursen von neulich. Wobei ich im Moment ja weder-noch habe. Aber vielleicht hat sie recht….ich kann allerdings Wertungen noch nicht ausreichend modifizieren, die würden sich im Moment auf sehr gut/schlecht und nicht gut/schlecht beschränken, das darf man dann nicht persönlich nehmen, gell?

Monday, November 07, 2005

Zivilisationsformen

Mir fällt übrigens gerade auf, dass ich eigentlihc noch nie eine richtige Heizung in einer Wohnung hatte. Gut, in Korea gab es die sündhaft teure Fussbodenheizung. Aber in meinem Schimmelapartment wurde die vom Hausbesitzer kontrolliert, und ich musste mir Hausschuhe kaufen um Verbrennungen zu vermeiden, er liess sich aber vom heizen nicht abbringen. Am Ende des Monats gabs dann noch eine saftige Rechnung dazu und schon war das unser Verhältnis ganz klar definiert. Es war ein kurzes, möchte ich anfügen.
In Tokyo gab es die Variante Benzinbrenner im Zimmer, Schaffell und 2 Wärmflaschen im Bett. Nachdem ich das überlebt habe denke ich, dass ich mir über Vergiftungserscheinungen durch Berliner OH eigentlich keine Gedanken machen brauche. In San Francisco, NY und London wurde vom Hausbesitzer zweimal täglich heisser Dampf durch ein Rohr gejagt, was vom Gesetz so verlangt wird. Leider geschieht das meistens zu Zeiten wo es sowieso warm ist und selten, wenn man es wirklich bräuchte. In London hatte ich aufgrund dieser geschickten Heizweise nach einem Winter rheumatische Erscheinungen.
Ach Moment! Doch, in NY hatten wir mal eine super Heizung. In dem Loft auf Bowery. Zwei überdimensionale industrielle Heizstrahler, die so laut waren, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand, aber innerhalb von Sekunden das gesammte Loft auf ein vorhöllenartiges Wärmeniveau brachten. Ich brauchte auch keinen Fön zum Haaretrocknen, sondern musste mich einfach nur vor eines dieser Geräte stellen. Soviel zum Thema "zivilisiert heizen rund um die Welt".

Einbildung

Wahrscheinlich wohnt Uschi gar nicht über mir, sondern im Nachbarhaus und es ist kein Wunder, dass die Nachbarn noch nicht auf meinen netten Brif reagiert haben ("Liebe Uschi,...").
Ich muss mal an meinem Verhältnis zum Internet arbeiten. Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch alle paar Stunden ans Netz muss, als sei es ein Ruf der Natur. Es gibt doch kein Organ für sowas, oder ? (die Netzniere. Oder vielleicht ist DAS die Netzhaut?).
Ich werde da mal dran arbeiten von jetzt an.

Sunday, November 06, 2005

Fund und Nichtfund

Ich hatte mich ja sehr gefreut, dass es noch so viele Konserven in der Wohnung gibt. Bohnen, Thunfisch und noch allerlei anderes Feines. Allerdings liegt das vermutlich daran, dass weder ich, noch einer der vorherigen Bewohner es je geschafft haben vermittels der in der Wohnung vorhandenen Gerätschaften auch nur eine einzige der Konserven zu öffnen. So wurde mein Nachtmahl doch wieder Tütensuppe, die kann ich noch mit baren Krallen aufreissen.
Andererseits habe ich inzwischen einen Schürhaken aufgetan und stochere und schüre mit grosser Leidenschaft und Freude. Mit Feuer und Flamme sozusagen. Der Ofen und ich sind schon fast eine Einheit, leben in heftiger Symbiose und wenn man sich ansieht wie wir da in der Wohnung rumfackeln wundert man sich auch nicht mehr, dass meine Oma mir das damals verboten hatte. Naja, das hol ich jetzt erst mal nach.
Ein grösseres Problem ist, dass ich immer noch nicht online bin. Ich hab 2mal über mir geklingelt, wo ich Netz "Uschi" vermute. Aber Uschi hat wohl Angst vor Fremden, denn sie öffnet die Tür nicht, trotz Schritten und Fernseh Geräusch im Hintergrund.
Unter mir könnte sich zwar auch ein Netz befinden, aber unter mir ist die einzige Wohnung, wo der Name an der Klingel zum eingravierten Metalschild an der Tür passt, das schätzungsweise 1898 angebracht worden ist. Die Majestät der hinter selbiger Tür vermuteten Sesshaftigkeit schüchtert mich noch so sehr ein, dass ich lieber noch ein paar Tage "uschi" einschüchtere, bevor ich vor dem übergrossen Leidensdruck kapituliere.

Friday, November 04, 2005

Zwischenstufe erreicht

Habe meine Ofenhemmung überwunden und Feuer gemacht. Mir scheints die Kohlen verbrennen in Berlin schneller als anderswo. Wirtschaftsunterstützungsmassnahme?
Bin auch etwas überrascht, dass die Tür fehlt, also die äussere, denn da kann man gar nichts richtig zumachen. Naja, solang keiner raus will wird's ok sein, oder vielleicht ist das ja der Ofen für Santa Clause.
Leider bin ich aber noch nicht online, keines der angezeigten Netzwerke in meiner Wohnung ist das, das mir zum mitsurfen angeboten wurde. Die anderen wuurden mich vielleicht auch lassen, aber wie finde ich denn zum Beispiel "uschi"? Von Tür zu Tür gehen und fragen?
Uschi, wenn du das liest, setz dich doch bitte mal mit mir in verbindung!

Wednesday, November 02, 2005

Der Ofen, der Kuehlschrank und ich

Keines der Wörter von der Überschrift kann ich auf russisch, ausser dem letzten, weil ich da auch Йоханна heisse. Ich habe endlich mein Problem erkannt,es ist mir erst jetzt aufgefallen, dass "Sprachen lernen" nicht nur "Sprache" sondern auch "lernen" beinhaltet. Man kann sich eine Sprache nicht allein durch Improvisation und logisches Denken erschliessen. Also kann man schon, aber das versteht dann keiner. Jetzt wo ich zu dieser Einsicht gelangt bin kann ich ja vieleicht auch mein Verhalten anpassen, bevor es zu spät ist...
Bin im Umzug begriffen. Habe heute den ganzen Nachmittag die Wohnung gereinigt, die schon seit September leer steht....
Leer ist übertrieben. Es befinden und befanden sich noch sehr viele Dinge in der Wohnung. Zu den Dingen, die sich noch befinden gehört ein sehr abenteuerliches Konstrukt aus Schwemmholz, Sperrholz, Lattenrosten und Gemüsekisten, das die gesammte Wohnzimmerwand bis unter die Decke einnimmt. Wie schön, dass es hier keine grösseren Erdbeben gibt. Zu den Dingen die sich befanden gehören unter anderem ein paar Stücke Käse vom August und ein einzelner Champignon. Ich erwähne den Champignon nur, weil ich so stolz drauf bin, dass ich irgendwann drauf kam, was das sein könnte.
Und dann ist da noch der Ofen, soll heissen Ofenheizung. Ein nicht unatraktives, gelblich verkacheltes Gebilde, das ich immerhin heute gereinigt habe. Es ist nicht so, dass mir Ofen fremd wären, nein nein, sowas hatte und hat meine Oma auch. Als Kind wollte ich auch immer Feuer machen. Was mir strikt untersagt wurde. Jegliches Feuerchen machen oder sogar Feuerchen angucken war Kindern strengstens untersagt. Mit viel Autorität, denn da kann ja was passieren.
Aber jetzt steh ich vor meinem Ofen und darf nicht nur heizen sondern muss. Wenn ich nicht elendig erfrieren will im Winter. Das wird noch ein ganz komplizierter psychologischer Prozess sein, bis ich ohne schlechtes Gewissen bei mir warm machen kann....

Tuesday, November 01, 2005

Aufmunternd sind sie nicht

Seltsamerweise erreichen mich in letzter Zeit von Amis und anderen wohlmeinenden Personen Ratschläge, bzw. Meinungen. Einer meinte, wenn er nach Europa gehen würde, dann doch nach Spanien oder Portugal , wo es waem und schön ist und nicht ins kalte feuchte Berlin. Andere emails sind eher mitleidig, dass es doch schwer sein muss umzuziehen dauernd, warum ich das denn immer machen muss....Dazu sag ich jetzt mal, so ist es eben jetzt mal. Ich kann gerade nicht anders, wenn ich nicht irgendwo hinziehe sitz ich auf der Strasse mit meinem laptop. Das ist dann noch viel schwieriger.
Also auf diese Art von Zuwendung kann ich gerade wirklich verichten, es ist ja tatsächlich schwierig genug. Muss mir irgendwas einfallen lassen um in der neuen Wohnung Internet zu haben, das ist gerade Priorität. Gerade eben ist mir noch eingefallen, dass ich ja Russisch Hausaufgaben habe, es ist aber schon zu spät jetzt, ich muss jetzt dringend schlafen...
Dabei hab ich russisch nur 8 Stunden die Woche. Ich frag mich ernsthaft wie ich jemals mein Abitur habe machen können, das war glaub ich schon immer so mit den Hausaufgaben (уроки) und mir. Kein Wunder, dass ich dauernd krank war, mehr als 8 Stunden hab ich schon damals nicht geschafft.
Ich schlaf jetzt, vielleicht kann ich ja morgen früh schnell noch was machen....