Sunday, October 30, 2005

Halloween

Gestern nacht landete ich überraschend auf einer Halloween party. Interessant deshalb, weil es das früher in Deutschland gar nicht gab. Allerdings war ich unvorbereitet und unverkleidet und stellte mal wieder fest, dass ich manchmal mit meinen Mitmenschen gar nichts gemeinsam habe...
Aber vielleicht lag es ja nur an der fehlenden Verkleidung. Oder es war einfach die falsche Party für mich.
Ausserdem verrät mir mein Computer, der viel mehr weiss als ich, dass es jetzt eine Stunde früher ist als ich dachte. Wahrscheinlich bin ich einfach meiner Zeit ein bisschen vorraus, das ging schon ganz anderen so.

Saturday, October 29, 2005

Russen Disko

Nach dem Unterricht gestern stand ich noch mit einem Kommilitonen auf der Strasse und diskutierte mit ihm den Sinn, bzw. Unsinn eines Slawistik Studiums. Die Kernfrage "Warum lernen wir Russisch?" wurde unerwarteterweise von einer gnom-artigen Passantin beantwortet. Alle 150 cm ihres Körpers waren angespannte Entschlossenheit und ohne zu zögern richtete sich ihr starrer, gelber Blick erst auf mich, dann auf meinen Mitstudenten. Das mit den Russen könne sie uns sagen, und im übrigen sei damit jetzt Schluss! 210 Euro aus Handtaschen klauen auf der Schönhauser Allee und alles verkiffen und verkoksen! So nämlich! Sie wisse Bescheid. Wilden Blickes ging sie weiter während ich versuchte das eben gelernte auf meine Russisch Vokabeln anzuwenden. Aber sie hatte wohl selbst gemerkt, dass wir nocht ganz verstanden hatten, denn sie kam nochmal wieder: Den Ausweis könnten wir gern steckenlassen. Der Rucksack habe uns verraten und die Verhaftung sei gegen unbekannt. Die letzten Worte waren an meinen Bekannten gerichtet. Dann verschwand sie endgültig.
Obgleich sie sich recht deutlich ausgedrückt hatte waren wir einem Ergebnis underer ursprünglichen Erörterung so fern wie zuvor. Ich nehme an, dass mein Mitstudent die Begebenheit in seinem darauffolgenden Philosophie Referat verwenden konnte. Thema war glaub ich: "Was in unseren Köpfen ist"

Friday, October 28, 2005

Pruefen und binden

Das mit dem Binden könnte jetzt ein weiterer Schuh sein, aber zur Abwechselung gehts mal um was anderes....ich wollte mich ja jetzt wirklich mal niederlassen und so, aber hab dann beschlossen doch erst mal eine Zwischenmiete zu nehmen und jetzt lieg ich seit 3 Uhr wach und denk darüber nach. Ich hab ja zugesagt, ich mach das auch. Aber pluotzlich fallen mir alle Orte ein wo ich dringend schnell mal hinreisen müsste. und ich kann ja sowieso nicht, weil ich ja jetzt erst mal das mit dem Russisch mache. Mensch, es kann doch nicht so schwer sein mal ein paar Monate an einem Ort zu bleiben *blickt streng ihrem Spiegelbild ins Gesicht. Spiegelbild windet sich*
Naja, um 5 Uhr bin ich dann aufgestanden, jetzt nach 6, das wird nix mehr. Um 8 Uhr hab ich Russisch, vielleicht lerne ich heute zu sagen: "Es tut mir leid, dass ich heute so behindert bin, ich habe nicht geschlafen."

Wednesday, October 26, 2005

Eine Existenz

Allmählich scheint sich meine formlose Lebensmasse wieder zu einem "etwas" zusammenzufügen, das mit ein bisschen Fantasie eine Existenz sein könnte. Ich war heute in meinem Russisch Kurs (курс) und kann zwar noch kein Russisch, aber fühle mich trotzdem besser. Ausserdem hab ich gerade erfahren, dass ich villeicht eine Wohnung habe. Und zwar eine ganz wunderschöne. Zur Untermiete zwar erst mal, aber vielleicht ist das ja nicht schlecht in meinem Fall, man sollte sich nicht überstürzt auf ewig binden. Noch keine positiven Schuhmeldungen, aber ich habe sowieso beschlossen von jetzt an mehr Yoga zu praktizieren, das geht barfuss sowieso besser.

Tuesday, October 25, 2005

Schuh wieder

Eine freundliche und wohlmeinende Leserin, die sich hier auskennt, hat mir 4 Schuhläden empfohlen. Da war ich heute auch und der Rat war sehr gut. Allerdings bin ich auf dem Weg auf einen fünften Laden gestossen, den sie wohlweislich nicht erwähnt hatte. Ich bin trotzdem rein und habe folglich das Paar Stiefel, das ich anstrebe geändert. Statt den Roten, ungefütterten, hohen für knapp 200 Euro sind meine neuen Favoriten jetzt schwarz, Büffelleder und knapp 250 Euro teuer. Vielleicht sollte ich diesen Winter einfach drinbleiben. Oder schnell vernünftig werden.

Gewalt ist geil

Ich hab ja schon mehrmals versucht mir History of Violence anzusehen, bin bisher entweder daran gescheitert, dass es nicht lief, zu spät oder zu früh lief, woanders lief oder nur in synchronisierter Form gezeigt wurde (ich kann das nicht haben, wirklich nicht.)
Heute war es dann endlich soweit, und es war sogar billiger weil Kinotag. Und es hat sich wirklich gelohnt, ein so wunderbar unterhaltsamer Film und das von Cronenberg, ein Name der für gewalttätig absurd-psychopathisches bürgt. Hier auch ein bisschen so, aber wunderbar und auch nicht zu lang. Das ist ja auch wichtig. Vor allem weil einer meiner Sitznachbarn offenbar Verdauungsbeschwerden hatte und seine inneren Gase nicht für sich behalten konnte. Ich bin aber tapfer trotzdem bis zum Ende geblieben.
Das ganze spielt in einer Kleinstadt im Bundeststaat Indiana, in Indiana hab ich Familie und als Kind mehrere Sommer dort durchlitten. Indiana ist schon hart, also unbedeutsamer und mittelwestlicher werden die USA glaub ich nicht. Aber nicht, dass Sie jetzt denken es sei eine Art Blue Velvet oder dogville oder irgendein anderer Film über Smalltown America. Aber ich sag jetzt nichts mehr, nur, dass er morgen noch mal in der Orginalfassung im Cinestarr am Potsdamer Platz läuft und ansonsten noch anderswo, aber synchronisiert. Das mag ich, wie gesagt, überhaupt nicht. Wenn ich Bundeskanzlerin wäre würde ich da Quoten einführen oder Synchronisation ganz verbieten. Und die Werbung vorher, ich war schon bereit meine eigene Ristory of violence zu beginnen, als ich nach 30 Minuten Werbung(!!!) nochmal diesem behinderten "H&M presents Romeo and Juliette" ausgeliefert wurde, ein absolut schwachsinniges Projekt. H&M sollst du tragen, aber nicht hören! So.

Monday, October 24, 2005

Der Feind

Ich wurde die gesamte Nacht von einem Feind wachgehalten. Ein anonymer Mitbewohner. Ich konnte meinen Ohren kaum glauben, aber bald bestand kein Zweifel: Eine Mücke wohnt bei mir, und zwar nahe meinem Ohr. Da reist man aus Ostasien extra nach Berlin und dann sowas!
Ein Grund mehr auszuziehen.
Und ein Argument gegen hohe Decken.

Sunday, October 23, 2005

Alles faellt

Draussen fallen die Blätter und der Regen und ausserdem diverse Artikel aus einem Stockwerk über mir: Kartons, Plastikdinge, Wasser....bisher noch keine Menschen, was mich erfreut. Denn dann müsste ich ja irgendwen anrufen. Oder so tun als hätte ich nichts gesehen und dann im Fegefeuer zahlen. Drinnen fielen heute morgen Essigflaschen, direkt vor meiner Zimmertür. Einerseits riecht jetzt mein Zimmer nach Essig, andererseits liegen jetzt Glassplitter rum. Das gleicht sich schon fast wieder aus. Naja, solange mir nicht der Himmel auf den Kopf fällt. *klopft auf die hölzerne Tischplatte*

Zeichen des Aelterwerdens

Ich glaube ja, wenn man immer ein bisschen zeitversetzt funktioniert (sprich: zu spät dran ist) könnte es ein Zeichen des beginnenden Alterns sein. Oder nicht?
Jedenfalls wollte ich mich spontan zum Studiengang "Szenisches Schreiben" bewerben an der UDK. Dafür kann man sich nur alle 2 Jahre 2 Wochen lang bewerben. Zufällig jetzt gerade, noch bis Montag, das reizt mich natürlich. Beim Ausfüllen der Bewerbung stellte ich dann allerdings fest, dass ich mein Abiturzeugnis nicht spontan eingepackt habe. Man sollte sowas wohl, immer mal wieder, mit sich führen. Bis Montag 12:30 Uhr kann ich wohl auch keins mehr kriegen, aber macht auch nix. 30 Euro Anmeldegebühr gespart, das geht jetzt zu den Stiefeln.

Das Praktische jedoch Elegante

Seit es angefangen hat zu regnen (das hatte man mir über Berlin bisher verschwiegen) habe ich meine suche nach dem praktischen, jedoch eleganten Paar Stiefel in Grösse 41 verstärkt. Wie else bereits richtig bemerkte, trag ich immer noch die Turnschuhe vom letzten Winter, ich merke die sind nicht mehr ganz dicht. Also Stiefel suchen. Von ca. 10 diskutablen Möglichkeiten passte mir dann nur eines wirklich...leider fürchte ich dass wadenlange, rote Kunstleder Stiefel ohne Futter für knapp 200 Euro ansonsten keine der oben genannten Konditionen erfüllen...ich versuch noch mal Alternativen zu finden, aber Berlin hat sich jetzt doch schon fast erschöpft. Ich such ja nach Schuhen und nicht nach Schwulen. Ich sollte wohl mal nach Leipzig fahren.
Heute keine Stiefel, sondern Wohnungsbesichtigung.

Saturday, October 22, 2005

Danach

Trotz heftiger Vogelgrippe-ähnlicher Symptome bin ich dann auch wirklich zu Julies Lesung, hielt mich allerdings in Ausgangnähe auf, damit ich alle 5 bis 10 Minuten zum Gackern oder Husten auf die Toilette konnte. Im Wechsel mit den vielen Kleinkindern, denen man Lesungen zum Thema "Nacht" ja keinesfalls vorenthalten sollte. Aber wenn ich doch mal drin war, war es sehr schön und kultiviert und was ich gehört habe war auch gut....aber die Veranstalter haben das wohl nicht recht geglaubt, oder sie haben schlachte Erfahrungen gemacht. Ich gebe zu, ich bin früher gegangen, aber das geschah wirklich aus gemeinnützigen Gründen, ich will dohc keine Pandemit auslösen. Aber als ich zum Tor kam, fand ich es verschlossen. Ich setzte mich neben das Tor und weinte, denn ich fühlte nicht die Kraft in mir bis zum dritten Hof, vierter Stock noch einmal vorzudringen und mitten aus einer Bach Kantate einen Verantwortlichen rauszuziehen. Irgendwann kam ein Auto und das Tor ging auf und ich ging schnell durch, als hätte ich nur kurz ausgeruht und hätte auch schon vorher gehen können.
Aber ansonsten wirklich eine nette Veraqnstaltung, da konnte man durchaus auch freiwillig länger bleiben.

Thursday, October 20, 2005

Weiterentwicklungen

Inzwischen tut mein Hals fast gar nicht mehr weh, dafür kann ich aber jetzt nicht mehr atmen. Zumindest nicht durch die Nase. Immerhin, eine Weiterentwickelung.
Ansonsten wollte ich heute eigentlich verschiedenen Vorlesungen beiwohnen, musste aber herausfinden, dass die erst nächste Woche beginnen, ein richtiger Student hätte das sicher gewusst. Stattdessen wollte ich mir Schuhe kaufen, kam aber nur bis zu einem Buchladen, wo ich dann abgelenkt wurde und mir Das Dreissigste Jahr gekauft habe. Ingeborg Bachmann ist schon genial, die Erzählung ihr glücklichen Augen hat mich neulich im Zug zum weinen gebracht (allerdings war es auch erst 4 Uhr früh...). Die Frau sieht auch so schlecht, die Frau in der Erzählung.
Das Dreissigste jahr jedenfalls, weil ich ja auch 30 bin und hab mal reingelesen:

Wenn einer in sein dreißigstes Jahr geht, wird man nicht aufhören, ihn jung zu nennen. Er selber aber, obgleich er keine Veränderungen an sich entdecken kann, wird unsicher; ihm ist, als stünde es ihm nicht mehr zu, sich für jung auszugeben. Und eines Morgens wacht er auf, an einem Tag, den er vergessen wird, und liegt plötzlich da, ohne sich erheben zu können, getroffen von harten Lichtstrahlen und entblößt jeder Waffe und jeden Muts für den neuen Tag.

Und das ist erst der Anfang, ich weiss inzwischen, da kommt noch mehr. Lesen und schreiben und Literatur Uuberhaupt ist so schön, ich mache schon wieder ganz neue Pläne. Aber Plan für morgen erst mal: Auf zu Julies Lesung

Wednesday, October 19, 2005

Auffaelligkeiten

Ich hab inzwischen Kukident in den Wasserkocher geschmissen....Dreimal schon. Da wo die Tablette hingefallen sind sind kleine helle stellen im Grün. Vielleicht hätte ich doch Corega Tabs nehmen sollen. Andererseits sind die Hesteller vielleicht einfach nicht von Algenbefall ausgegangen, ich glaube dazu müssen die Dritten schon ziemlich lange im Mund rumliegen. Also Algenbefall bei Gebissen gibt es bestimmt auch. Bei Passagieren der Titanic zum Beispiel.
Ansonsten fällt mir auf, dass 2005 das Jahr der schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen zu sein scheint. Fast jeder, mit dem ich dieses jahr in Kontakt kam hatte mindestens Beziehungsschwierigkeiten, meistens sogar einen schrecklichen Breakup oder noch was schlimmeres. Als wäre es nicht auch sonst schon kompliziert genug.
Dieser Trend setzt sich auch in Berlin fort. Um dem ein Ende zu bereiten habe ich heute Abend in einen Taschenkalender investiert, von mir aus kann das neue, bessere Jahr jetzt schon anfangen.

Tuesday, October 18, 2005

Algen

Sie ist wirklich sehr nett, ich stell mich sehr kindisch an hier. Damit ist jetzt Schluss, von heute an bin ich normal. Aber eine Frage: Es gibt einen Wasserkocher hier, so einen, der an einem Kabel hängt. Innen hat das Gerät schweren Algenbefall, Algen sollen zwar gesund sein, aber ich trinke meinen Tee manchmal gern ohne. Wie, so lautet die Frage, entferne ich die Algen ohne elektrikutiert zu werden? Goldfische rein und warten, bis alles aufgegessen ist?

Berlin Style

Ich hatte mich ja halbwegs auf die neue Kälte in Deutschland eingestellt, aber dieses neue Zimmerchen mit der Nachtkälte hats jetzt doch geschafft: Ich erkläre mich offiziel für erkältet. Wobei mir julie versichert, dass das in Berlin der absolute Trend ist. Komisch, in Korea, China und
USA eigentlich auch....das muss Globalisierung sein!
Andererseits vermute ich, dass meine Halsschmerzen eine Reaktion auf das plötzliche Sozialisieren an diesem Wochenende war, das geht mal einen Tag, vielleicht auch eineinhalb, aber nach 2 vollen Tagen fordert der Körper eben doch den Rückzug in die Einsamkeit und Schweigsamkeit. Ich glaube es heisst Klausur.
Ich habe meine Mitbewohnerin übrigens noch weitere 12 Stunden lang vermieden. Aber irgendwann musste ich doch mal zurück zu meinem Computer und sie stand im Gang, als ich die Tür öffnete. Ich tat ganz cool, als hätte ich sie sowieso gerade aufsuchen wollen. Und sie war auch sehr nett und der Kaffee war auch noch da. Also alles gut. Allerdings ist sie gerade draussen in der Küche und ich trau mich schon wieder nicht raus...ich hoffe das gibt sich noch. Tja, da muss ich jetzt wohl durch. *reisst sich heftig zusammen und geht*

Monday, October 17, 2005

Broken Flowers

Interessanterweise bin ich gestern noch zu einem Strauss Sonnenblumen gekommen. Wer hätte gedacht, dass 90% meines lebenslangen Blumenempfengens sich an diesem Wochenede erledigen würden? Jetzt ist mir auch klar warum ich dann noch in die Spätvorstellung zu Broken Flowers gegangen bin, besonders wenn ich jetzt so die Rose betrachte....
Der Film war ok, bzw. der Film ging mir ein bisschen auf die Nerven, aber Bill Murray war wirklich gut.
Ich kehrte gegen 1 Uhr morgens in meine neue Bleibe zurück und stellte fest, dass die verschollene Mitbewohnerin Zeichen der Rückkunft im Flur hinterlassen hatte. Ich stellte ausserdem fest, dass nachts die Heizung nicht geht und verbrachte die Stunden bis 8 Uhr zitternd in Jacke, Schal und Mütze.
Ich habe jetzt folgende Probleme: Gerade klingelt im anderen Zimmer ein Wecker und jetzt steht die Person bestimmt gleich auf. Ich halte meine Tuur vorsichtshalber mal geschlossen, weil ich mich für ein Treffen vielleicht noch nicht stark genug fuhle. Ich meine, was soll ich da sagen? Obwohl, dann könnte ich sie ja mal fragen wo sie meinen Kaffee hingetan hat. Ich hoere schon Geräusche. Vielleicht sollte ich einfach die Tür öffnen und sie konfrontieren: "Guten Morgen. Wo ist mein Kaffee?" Ich werde noch ein bisschen drüber nachdenken. Vielleicht geht sie ja einfach irgendwann wieder weg...

Sunday, October 16, 2005

Wort am Sonntag

Was fuer einen Unterschied so ein bisschen Schlaf macht! Alles wieder schön und neu an diesem Sonntag morgen, meine Augen vor allem. Die taten mir gestern nach soviel Schlafentzug doch sehr weh, es ist ein Wunder, dass ich nicht überfahren worden bin, ganz oft musste ich geschlossenen Auges durch Berlin wandeln. Aber jetzt wieder alles perfekt. Nur die Rose, die ich fachmännisch in eine Wasserflasche gesteckt hatte, lässt den Kopf bedenklich hängen. Naja, es gibt ja ein Photo von der rose, als sie noch schön war. Dorian Gray eben mal umgekehrt. Wie so oft, eigentlich....
Ich werde hier gleich abgeholt, interessanterweise von einem kölner...da isser schon!

Saturday, October 15, 2005

Berlin!

Ich bin in Berlin. Auch hier noch nicht online, aber immerhin gibt es mehr Internet cafes als in Aschaffenburg. Berlin ist ausserdem, so hat mir Else versichert, ein Schuhparadies (eine reaktion darauf, dass ich immer noch die trage, die ich schon in Bangkok anhatte?). Nach nur wenigen Stunden Shopping, kann ich das auch bestätigen, nur dass dieses Jahr offenbar ein langer Fuss, bzw. Schuh angesagt ist. Einerseits ist das schön, andererseits trage ich bereits natürlicherweise Grösse 41 und bei der diesjährigen Mode wird das optisch auf 44 verlängert. Es hat alles Grenzen. Aber ich bin ja gerade erst gekommen, es liegen noch massenweise Schuhläden vor mir....Allerdings machen die jetzt wahrscheinlich gleich zu, weil es Wochenende ist. Ich sollte mich rasch noch mal daranmachen. Wenn alles gut geht melde ich mich heute Abend von meinem neuen Zuhause aus.

Thursday, October 13, 2005

T-Online und ich

Ich bin momentan aus unerfindlichen Gründen offline. Falls ich mich nicht melde. es ist weder persönlich noch sonst gefährlich. Und hoffentlich temporär.

Tuesday, October 11, 2005

Chancelorette

Wie sagt man eigentlich Kanzlerin auf Englisch?

"Zauber" ist noch untertrieben

Ich muss an dieser Stelle mal ein Geständnis ablegen, aus gegebenem Anlass. Es ist Thomas Mann Jahr, bzw. 50 Jahre ist er tot. Und selbst ich kann es nicht ganz verdrängen, insbesondere den Zauberberg, er ist plötzlich überall. Bücher, Hörspiele, Videos..... Dieses grosse Werk, das für viele eine Art literarischer Gipfel zu sein scheint. Für mich ja auch, aber leider einer der unüberwindbaren Art.
In meiner vor-zauberbergschen Zeit war ich ein vorlauter Mensch, der eigentlich ständig las, der gar nicht anders konnte als lesen. Im Zweifelsfall die Telefonbücher oder Beipackzettel oder was eben so rumliegt. Ich wohnte noch bei meinen Eltern und machte mich jahrelang über meine Mutter lustig, die jahrelang am gleichen Buch las: Dem Zauberberg. Irgendwann, nach etwa 2 Jahren, entwendete ich ihr das Buch um ihr zu zeigen wie man sowas richtig liest. "Durchlesen", wie unsere neue Kanzlerin sicher sagen würde. Ich fing auch recht gut an und hatte auch auf Seite 312 noch die Hoffnung, dass ausser kirgisenäugigen Türknallereien mal was passieren würde. Die Hoffnung dem Buch irgendeinen Unterhaltungswert zu entreissen verliess mich spätesetns bei der Szene im Schnee, die 200 Seiten mit Setembrini, Sie erinnern sich?
Irgendwann verstand ich, dass das besondere, das zauberhafte an diesem Buch die Zeit ist. Die erzählte Zeit entspricht auch der Lesezeit, 7 Jahre Davos. Nirgends sonst in der Literatur wird Eintönigkeit so überzeugend vermittelt. Ich las immer kürzere Abschnitte, bevor ich in Tiefschlaf verfiel. Von Seite 645 an las ich wortweise. Und ich will jetzt natürlich keine Behauptungen über das Genie Thomas Mann aufstellen, aber der Roman endet dann doch seltsam abrupt, fast als wäre es dem Meister selbst dann doch etwas zu viel geworden...
Der aktuelle Anlass ist jetzt der, dass ich mir dachte, vielleicht kann man ja den Film am Stück schauen, sowas ist zumindest zeitlich begrenzt. Als ich nach einer Stunde eingeschlafen war, dachte ich noch es liegt an der Zeitumstellung. Aber ich kämpfe schon wieder seit einer Woche mit diesem Film, ich hoffe, das zieht sich nicht wieder 7 Jahre hin.
Der Film ist übrigens nicht sonderlich gut. Filme, die dem Publikum am Anfang sagen muussen worum es überhaupt geht, denen fehlt was grudlegendes, und sei es nur der Respekt vorm Publikums. Aber das ist möglicherweise gar nicht das Problem. Es ist die ohnmächtige Wut, die mich angsichts dieses Machwerks überkommt. Diese Wut angesichts der Zumutung, angsichts des beschriebenen Nichts, angesichts des Respekts der dem Ungetüm gezollt wird, ist es die mich zermürbt. So wurde aus dem vorlauten Vielleser ein kleinlauter Seletivleser. Im Zauberberg bin ich an meine Grenzen gestossen. Ich könnte jetzt fortfahren und mich in kleinlichen Beleidigungen ergehen, aber ich werde mich bemühen meine Niederlage in Würde zu begehen.

Monday, October 10, 2005

Augenmalerei

Ich fang mal so an: Kennen Sie das? (Man könnte jetzt aus diesem Anfang schliessen, dass ich auf Sympathie aus bin. Ich sag dazu nichts weiter.) Manchmal wird einfach alles ein bisschen viel, obwohl man noch nicht einmal genau sagen könnte was genau "alles" eigentlich ist. Und genau dann, wenn nicht ein lebensbedrohlicher, sondern schwelend chronischer und undefinierter Missstand (sss?) herrscht, bin ich ein leichtes Opfer depressiver Verstimmungen, ich hab es trotz meines letzten hoffnugsvollen Posts noch nicht ganz rausgeschafft.
In solchen Situationen ist es manchmal hilfreich, wenn man das undefinierbare Unglück irgendwie pseudo-definiert (d.h. man findet Schuld im Wetter, in den Mitmenschen, den Besitztümern oder in deren Mangel) oder man versucht anderen Menschen bei der Lösung ihrer klar definierten Probleme hilft, denen sich die Betroffenen gar nicht bewusst sind.
Manchmal findet man auch einfach Lösungen: als ich 23 war sass ich arbeitslos, obdachlos, bargeldlos und perspektivenlos und ohne irgendeine Form von Krankenversicherung auf den winterlichen Strassen von San Francisco und erkannte, dass die einzige Lösung für meine Probleme ein Kind sei. Glücklicherweise kam mir noch vor Eintritt der Schwangerschaft der Alternativgedanke, nach Tokio auszuwandern. Ich beglückwünsche mich noch heute zu dieser sehr weisen Entscheidung.
Am Samstag kam mir plötzlich der Gedanke, dass mein fehlendes Augen Make-up Teil meines Problems ist. Zufällig kam mir der Gedanke beim Betrachten diverser Drogerieartikel im DM markt. Jetzt wo ich meine Problem erkannt hatte konnte ich endlich auch an der Lösung arbeiten. Panisch kaufte ich jeden Augenstift und alles andere was ich irgendwie brauchen könnte, denn es stand ja ein Sonntag bevor, da kann man in Deutschland ja nicht.
Ich hab jetzt 2 Tage geübt und bin inzwischen in der Lage einen Lidstrich aufzutrage. Zumindest am linken Auge. Allerdings muss ich erkennen, dass ich einen Denkfehler begangen habe. Bei depressiver Verstimmung sollte man die bunte farbe auf der Lidinnenseite auftragen. Dann Augen zu. Hab ich auch probiert, und in der Tat fühlte ich mir sehr erleichtert als der Schmerz nachliess. Die Methode muss ich noch Perfektionieren, aber dann: Prozac, watch out!

Friday, October 07, 2005

Ungeheuerliche Fortschritte

Als ich schrieb, ich würde tätig werden hab ich das auch so gemeint und ich hab inzwischen ein Übergangszimmer in Berlin organisiert, ab nächster Woche. Ausserdem hab mir endlich die Fingernägel gekürzt, mich in einer Parfümerie Abteilung an etwa 20 freien Körperstellen mit unterschiedlichen, sehr teuren Düften besprüht (ganz kostenlos), hab mich geduscht, und plötzlich den Ansatz einer guten Idee gehabt. Davon, wie von allen guten Ideen, sollte ich nicht schreiben. Wahrscheinlich ist die Idee auch gar nicht gut sondern entweder nicht neu oder nicht gut. Aber das hab ich noch nicht gemerkt, deshalb geht's mir gut.

Thursday, October 06, 2005

suesswaren die mal suess waren

Ich hab mich inzwischen mit einem in Berlin lebenden amerikanischen Freund in Verbindung gesetzt. Er behauptet noch depressiver zu sein als ich und fordert mich zum Wettstreit auf. Es ist gut, Freunde zu haben.
Es ist aber nicht so, als ob ich nichts gegen depressive Verstimmungen unternähme. Gestern zum Beispiel fiel mir ein, dass ich ja Schokolade essen koennte. Und da fand ich schon wieder einen Beweis dafür wie es in Europa vorangeht, also jetzt von der Kanzlerfrage abgesehen.
Unter den neuen Schokoladensorten fiel mir vor allem eine von Lindt ins Auge: Edelbitter-Mousse Sauerkirsch Chili. Die musste ich natuerlich haben. Aber mal ganz ehrlich, das nenne ich Fortschritt. Früher hätte man die Attribute bitter, sauer und scharf nur bei Unfällen (oder abfällen) in Verbindung mit Schokolade gefunden.
Ich lebe etwas auf.

Tuesday, October 04, 2005

Zwischer

Ich bin ein Zwischer. Soviel habe ich jetzt erkannt. Gerne würde ich sagen:"Ich bin ein Berliner", aber soweit sind wir noch nicht. Ich überleg mir gerade was Lacan dazu sagen würde. (Beim zweiten hindenken will ich es aber vielleicht doch lieber nicht wissen.) Wahrscheinlich vermeide ich eine feste Lebenssituation, weil ich befuurchten muss dass ich meine sozialen und sonstigen Unzulänglichkeiten in einer solchen nicht lange werde verbergen können. Am Wochenende will ich eigentlich auf Wohnungssuche gehen, aber seit meiner Ankunft in Deutschland bin ich plötzlich von Zweifeln überkommen. Hier von meinem Zwischerposten denk ich mir vieles. Dass es kalt ist und grau und dass ich doch eigentlich in Berlin nichts verloren habe. Nach Edinburgh sollte ich gehe, oder nach London oder wieder nach New York. Oder Dublin? Aber da hab ich leider auch nichts verloren. (Obwohl, wenn ichs recht bedenke habe ich zumindest in NY und London EINIGES verloren, ich bezweifle aber, dass ich das wiederfinde). Und so komme ich zu überhaupt nichts ausser Zweifeln. Was leider noch nicht einmal etwas neues ist.
Ich muss das jetzt ändern.

Monday, October 03, 2005

Die Stille

Bin inzwischen angekommen, ich hatte ja grosse Bedenken bei diesem Flug ob meiner persönlichen Sicherheit, weil ich zur Abwechselung gar keine Flugangst hatte. So eine Flugangst funktioniert meiner Meinung nach wie eine Lebensversicherung, wenn man vorsorglich schon mal ein bisschen Angst hat und leidet und sich konzentriert, dann wird sicher alles gut. Das ist wie mit Regenschirm mitnehmen, weil es dann sicher nicht regnet. Naja, kam trotzdem an und hatte einennicht ganz schrecklichen Flug auf dem ich teilweise neben einer Schottin sass, reizende Person. Ich war bemüht sie im Gespräch verwickelt zu halten, weil sie diesen sehr anregenden schottischen Akzent hatte....ich finde das Schottische ja sehr sexy. Vielleicht weil meine Vorfahren aus Schottland kamen? Ich hab ihr das erzählt und dass ich Thompson heisse und sie hat mich sofort als quasi "Blut-schotten" akzeptiert. Bei Gelegenheit muss ich mir Schottland doch mal anschauen.
Jedenfalls dachte ich ja, dass ich besonders schlau bin und am 2ten Oktober einreise, weil ich dann den Koreanischen Gründungsfeiertag und den Deutschen Sonntag verpasse. Ich hab eine leichte Feiertags-Allergie. Und es geschieht mich sicher recht, dass ich jetzt rechtzeitig zum feiern der Deutschen Einheit eingetroffen bin.
Ich muss aber schon sagen, die Deutschen feiern diesen Tag sehr still. Bin in heute Aschaffenburg und man hat den Eindruck es hätten hier Zombies gewütet oder vielleicht die Geflügelpest oder was immer eine Stadt zur Geisterstadt macht. Eigentlihc gar nicht unangenehm, nur hätte ich mir glaub ich gern ein paar Pullover gekauft heute, in Busan wars noch 30 Grad und ich stelle fest, dass ich hier Wintersachen bräuchte. Ich schau jatzt mal ob ich nicht vielleicht doch noch irgendwas finde....

Saturday, October 01, 2005

Busan, letzte Einstellung

Ganz kurz vom Busan Flughafen, ich bin beeindruckt, dass ich hier heil angekommen bin. Hatte einen hyperactiven Taxifahrer (oder vielleicht sind alle Taxifahrer, die Sonntagmorgens um 5am arbeiten auf Spped), der bereits beim ersten schwungvollen und illegalen U-turn eine fast-collision (10 cm fehlten zum Laster) mit viel lautem Humor nahm....und dann den Expressway mit 150km/h und heftigen Nies-attacken.
Hab noch eine Reise nach Seoul, 5 Stunden dort und dann den langen Flug vor mir.
Also bis nachher.

Und sie wissen es nicht

Es ist auch nicht Seoul, ich habe beschlossen ganz einfach abzureisen. Gestern noch mal mit Freunden ausgewesen, eigentlich sollte ich heute nochmal, aber ich glaube ich sag das ab. Ich kann nicht gut ausgedehnt goodbye sagen.
Heute wollte ich noch mal einen Saft haben, so einen mit Eis und Frucht drin. Aber es gab kein Eis. Es ist naemlich der Erste Oktober, da ist der Sommer vorbei und es gibt kein Eis mehr. Leider hat das Wetter noch Probleme mit der Umstellung, es ist schwuel und um die 30 Grad. Nach langer Diskussion trinke ich meinen Saft ohne Eis und nach weiterer innerkoreanischer Diskussion erklaert ploetzlich eine der Damen, naechstes Mal koenne ich Eis haben. Warum auch nicht, Eismangel herrscht ja keiner. Ach so, es wird kein naechstes Mal geben, daran wird es scheitern. Zumindest nicht in absehbarer Zeit...
Morgen ist es soweit. Fliege nach Deutschland und suche mir mein neues Leben in Berlin.