Friday, September 30, 2005

Seoul oder nicht Seoul?

Jetzt wo ich mich GEGEN PIFF entschieden habe und demzufolge am Sonntag Abreise, ist alles doch etwas hektisch, jeder will nach mal was mit mir unternehmen. Leider hab ich nur selten Lust dazu und auch nur wenig Zeit. Das Lunch mit den Vorgestezten war typisch seltsm und man legte mir nahe, dass ich moeglicherweise von meinem neuen Zuhause aus noch ein wenig arbeiten oder schreiben müsse. Ich blieb ruhig (bewundernswert ruhig) und sagte, sie sollten mich doch benachrichtigen, wenn sie sich für ein entgültiges Vorgehen entschieden haetten. Die Studenten machen mir jetzt doch zu schaffen, ich bekomme Geschenke und sie weinen fast. Weiss wirklich nicht warum, das verdiene ich ueberhaupt nicht.
So, weiteraufraeumen jetzt.... Ach ja, hab eins der noppenkondom-fisch-dinger gegessen. Man isst es roh, es ist schwabbelig und leicht salzig. Sieht besser aus als es schmeckt, ich finde man sollte sie ganz lassen.

Wednesday, September 28, 2005

Scheiden im Sinne von Nicht-PIFF

Gestern hab ich eine Studentin zum Abendessen eingeladen (das schöne am Korean Style ist, dass man als "junior" nicht zahlen muss, sondern immer eingeladen wird....naja, sollte zumindest, auch da gibts Ausnahmen). Als ich ihr sagte, dass ich abreise hat sie ausgesehen als würde sie gleich weinen, das hatte ich dann doch nicht erwartet. Aber erfahrungsgemäss kommen Studenten darüber weg, es wird sie ein Scheiden weit weniger schmerzen als es mich ein Bleiben täte. Jetzt muss ich zu einem Zwangsabschiedslunch mit Vorgestezten, das einzig Gute ist in dem Fall, dass diesmal ich der "junior" bin. Habe zum ersten mal meinen 5 Euro H&M Sekretaerinnen Rock an. Oh, ich mus los....

Tuesday, September 27, 2005

Deja Vu

Es befinden sich seit kurzem 3 neue Ausländer hier an der Uni, die mich wohl ersetzen sollen. Erst sah es so aus als würde diesmal alles glatt laufen, immerhin gibt es jetzt einen englischsprachigen Koreaner, der sich mit Ausländern befasst. Aber gestern stellte sich heraus, dass es ziemlich genauso laeuft wie bei mir letztes Jahr, keiner hat die Sache mit den Papieren geregelt und jetzt arbeitet einer der Neuen schon 3 Wochen ohne Bezahlung und ohne Visum und keiner fühlt sich verantwortlich.
Ich räum meinen Kram zusammen und verfasse ein obligatorisches Resignationsschreiben. Schwachsinn, weil ich ja nicht resigniere. Aber ich schreibs halt, ich bin sehr milde gestimmt in meinen letzten Tagen hier.

Sunday, September 25, 2005

PIFF oder nicht PIFF

Jetzt wo ich fast schon ausgewandert bin werde ich ploetzlich lebhaft und hatte gestern sogar ein date mit einem Koreaner. Im Vinyl Underground, dem Nummer 1 Auslaender Club in Busan, ist mir auch gleich wieder eingefallen, warum ich normalerweise nicht ausgehe. Ca. 70 junge Koreanerinnen Anfang 20 warteten dort auf den potentiellen weissen Boyfriend. Immerhin kam es spaeter zwischen Mitgliedern der US Army zu leichten Handgreiflichkeiten, das gab dem Abend ein Art Hoehepunkt.
Eigentlich will ich ja nichts lieber als hier weg, aber es steht das PIFF vor der Tuer immerhin das groesste Filmfestival Asiens. Ich muss mich schnellstmoeglich entscheiden ob ich dafuer bleiben will. Wie Entscheidungen...ich sollte mich auch mal definitiv fuer eine Zukunft entscheiden und mein Buero ausraeumen. Jetzt wo ich nicht mehr forsche hab ich da ja Zeit fuer.
PIFF oder nicht PIFF. Ich sollte mich Johamlet nennen.

Saturday, September 24, 2005

Confuzianische Eier

Hab mich gestern mit einer Freundin unterhalten, die gerade erst angekommen ist hier. Sie war schon mal da und ist dann geflohen, jetzt ist sie wieder da und hat den ersten Busan Schock. Männern fällt das ja nicht so auf, aber in Korea ist Feminismus eine Strömung, die ungefähr in 50 Jahren zum ersten Mal auftreten wird. Sie ist diesmal mit ihrem Mann da (dem es hier sehr gut gefällt, wie den meisten älteren Männern) und während in den USA sie diejenige ist, die das Geld verdient, die mehrere Emmies gewonnen hat, die berühmt ist und Hollywood Jobs bekommt, muss sie hier ihren Mann zu Besprechungen mitbringen, damit man sie überhaupt ernst nimmt.
Sowas ist immer erst mal ein bisschen schwer zu schlucken, besonders wenn der Mann zuhause meist arbeitslos und Hausmann und einflusslos ist. Man würde es nicht glauben, wenn es einem nicht tagtäglich vorgführt würde. Männer können sich nicht mal selbst Tee eingiessen, das ist unter ihrer Würde. Es gab da einen Fall, wo 12 Männer eine Besprechung hatten und eine Frau aus einem anderen Stadtteil kommen lassen mussten, weil sich keiner dazu herablassen konnte den Tee einzugiessen. Die Frau war Rechtsanwältin, glaub ich, aber wen interessierts. Hauptsache Frau.
Eine weitere Konfuzianische Nebenwirkung erlebe ich täglich in der U-Bahn und es bringt mich (wie so vieles hier) zur Weissglut. Trotz der geringen Anzahl von Sitzplätzen bilden sich Koreanische Männer ein mit gespreizten Knien da sitzen zu müssen. Je älter und hässlicher, desto breiter die Beine. Ich spreize gelegentlich zurück, leider finde ich das Berühren der Fremdknie sehr eklig, während die alten koreanischen Knie sich gar nix draus machen. Konfuzianismus scheint die Eier schwellen zu lassen, das sollte man auch mal untersuchen. Nächstes Mal, wenn einer in mein Revier eindringt, werde ich die Spreizknie manuel wieder zusammenfügen. Ich brauch nur noch Gummihandschuhe.

Friday, September 23, 2005

Meer besiegt Luft

Erstaunlich. Nicht nur habe ich die Ammoniak Suppe überlebt, meine Vogelgrippalen Symptome sind fast völlig verschwunden. Merke: Wasser ist dicker als Luft, bzw. Fisch schlägt Vogel.
(das bonmot zum Freitag)

Thursday, September 22, 2005

Ammoniak Suppe: Die Rache des Meeres

Nachdem ich also erfolgreich den Meerestier Zoo abgelichtet habe wurde mir gerade die Strafe in Form von Kaoritang serviert, einer Fischsuppe, die schmeckt wie Ammoniak pur. Um das ganze noch untertraeglicher zu machen wurde der Verzehr von mehreren Koreanern aufs genaueste ueberwacht, fast hat man mir die Hand gefuehrt. Da musste ich das Zeug schon aus Stolz aufessen. Sie waren dann auch sehr beeindruckt. Das ist jetzt eine Stunde her oder so, also falls das das letzte Posting ist wist ihr Bescheid....

vogel oder fisch


Fühle mich krank, aber SARS isses nicht, hab extra vorgebeugt!
Hier noch ein photo
Was ist denn das? Der "bubonic penis"?

Wednesday, September 21, 2005

Und alles nochmal ganz anders

So, es gab noch einiges hin und her heute an der Uni. Um 6 kam dann der Anruf, dass ich die Plubication doch nicht schreiben soll, weil irgendwer sich ploetzlich beschwert hat. Ich soll doch lieber eines der anderen Themen machen. Ich hab mal drauf hingewieden, dass ich nur noch eine Woche unter Vertrag bin, wie sie sich das denn vorstellen. Es muss doch alles seine Grenzen haben, sogar Koreanische Schwachsinnigkeit....Ich bin leicht verbittert, weil ich mal wieder 3 Wochen meiner Lebenszeit fuer ein Abstruses Koreanisches Unterfangen vergeudet habe. Ausserdem hab ich gerade einen glutenpfannkuchen mit suessen Erbsen gegessen und der liegt mir doch sehr schwer und ungesund im Magen
Positiv will ich vermerken, dass ich Seepenis Photos gemacht habe und dabei Zeuge des Pinkel Phenomens wurde. Ene Verkaeuferin griff sich ploetzlich einen der Schwaenze, drueckte drauf und pinkelte mich damit an. Erstaunlich. Ich sollte mir welche fuers Buero zulegen....

Tuesday, September 20, 2005

Seepenis

Bin gerade in einem besonders verrauchten internetcafe, mir Traenen schon die Augen, ich werde mich kurz fassen muessen. Auf dem Weg hierher hab ich wieder mal die Seepenisse bewundert, die hier ueberall in Glaskaesten schwimmen. Ich hab sogar ein Photo gefunden. Gibts das in Deutschland auch? Es gibt noch was anderes, das auch sehr seltsam aussieht, hab gerade kein photo, aber wir nennen es Bubonic Penis. Eher rundlich und mit auswuechsen. Was ist denn das?
Ausserdem frage ich mich ob es schon eine online Gebetsmaschine gibt. Das waere auf die Schnelle alles, ich muss jetzt hier raus oder eine Gasmaske organisieren.

Rollende Steine

Ich persönlch halte es ja für ziemlich ungeschickt "Angie" Merkel mit dem Rolling Stones song zu in Verbindung zu bringen. Der ganze Song handelt doch davon, dass es nicht recht funktioniert hat mit Angie, das ist nicht PR sondern selbsterfüllende Prophezeiung. So rollende Steine können zur Lawine werden, da muss man aufpassen.
Aber wahrscheinlich versteh ich das alles einfach nicht weil ich irgendwie krank bin heute, Kopfweh und Hirnerweichung schon am frühen Morgen. Wahrscheinlich Vogelgrippe, um mal im Trend zu liegen. Das kriegt man glaub ich schon, wenn man George W. dreimal auf CNN "A-Vi-Anne in Vloo-wen-dzah" sagen hört, als würde er von einer entfernten Tante sprechen. Ach ja, Politiker. Das scheint im Moment nirgends so richtig hinzuhauen.

Monday, September 19, 2005

Klopapier

Um mal wieder ins hier und jetzt zurückzukommen (also mein hier und jetzt), ich wollte mal das interessante Thema "Toilettenpapier und seine Verwendung im koreanischen Alltag" ansprechen.
Klopapierrollen findet man hier fast überall, sie ersetzen Taschentücher, Servietten, Kleenex und wahrscheinlich auch das aufgrund übertriebener Digitalisierung fast ausgerottete Schreibpapier. Es ist durchaus normal, dass im Restaurant an der Wand neben dem Tisch eine Rolle Kloparier in einer entsprechenden Klopapierhalterung angebracht ist. Wenn man sich den Mund wischen will reisst man sich da was ab.
Interessanterweise ist die öffentliche Toilette einer der wenigen Orte in Korea, die Klopapierfrei gehalten werden. Nur in sehr feinen und teuren Kaufhäusern kann man Toilettenpapier erwarten, in weniger feinen findet man wenn man Glück hat eine allgemein Rolle vor der Toilette, die aber meistens leer ist. Man fragt sich schon, ob es in Korea häufig zu Toilettenpapier Diebstahl kommt und die Menschen nicht in Versuchung geführt werden sollen, indem sie mit der Privatrolle in einer Kabine allein konfrontiert sind. Auch die Seifenstücke sind an einem metallarm festgeschraubt, was das Händewaschen zur obszönen Angelegenheit macht....Allerdings denkt ein Koreaner an sowas sicher nicht. Ich würde gern ein Photo machen, aber an meiner Uni gibt es überhaupt keine (!!!) Seife. Das löst das Diebstahl Problem natürlich auch. Dieserart sind die Rätsel des koreanischen Alltags.

Alternative

Deutschland ist verblüffend veränderungsresistent, die Welt staunt und ich auch ein bisschen. Man fragt sich ob es für Bundeskanzler Kandidatinnen nicht doch von Vorteil ist vom Blonden ein wenig Abstand zu nehmen, also eher lieber eine Spur dunkler zu versuchen...Das ist nur scheinbar ein widerspruch zum vorherigen Blondinen post.
Aber was machen wir denn jetzt? Ich versteh das Ganze ja irgendwie, ich kann mich auch nie entscheiden. Am Ende nehme ich dann von allem ein bisschen oder werfe eine Münze. Das deutsche Volk scheint das ähnlich zu sehen.
Vielleicht wäre eine Rückkehr zur Monarchie doch für alle das Beste. Wir könnten Charles ausleihen, mit dem Ableben seiner Mutter ist kaum noch zu rechnen und wenn, dann eher nicht zu seinen Lebzeiten. Und Deutscher ist er auch. Oder wir können vielleicht Arnold bitten, Österreicher, die im Ausland kandidieren erziehlen erstaunlich konstant sehr gute Wahlergebnisse. Oder einfach noch mal neu wählen wenn ich im Oktober auch da bin? Vielleicht macht meine Stimme ja den Unterschied....

Jew Socks

Es ist immer noch Chussok und ich bin möglicherweise der einzige Mensch an der Uni. Gestern abend hab ich mich noch mit einem amerikanischen Bekannten mit Sockenkaufen im Supermarkt amüsiert. Er ist Jude und wir fanden es sehr originell an Chussok Socken für ihn zu kaufen, denn die werden ja dann "Jew Socks". Danach sind wir zu MacDonalds zum Kaffetrinken und haben versucht George Bush zu immitieren. Ach ja, man kann schon verstehen, warum Amis im Ausland so unbeliebt sind:-)

Sunday, September 18, 2005

Wechsel und Chussok

Noch ist ja nichts entschieden, ich werde die Wahl von hier aus verfolgen. Passend zur Wahl habe ich beschlossen: ich werde in ein neues Deutschland als neuer Mensch einziehen. Das aeusserliche Zeichen wird blondes haar und weiblicheres Auftreten sein. Ich hab das schon lange nicht mehr probiert, das wird schoen. Neues Leben immer gut. Allerdings muss ich zugeben, dass das nicht mein erstes neues Leben wird, sondern eher mein zwanzigstes. Ich muss inzwischen selbst einraeumen, dass es moeglicherweise nicht nur an den aeusseren Umstaenden liegt, wenn mir Menschen und Umgebung so unertraeglich sind, dass ich auwandern muss. Andererseits kann es doch auch nicht nur an mir liegen, oder? Naja, wie dem auch sei, eins geht noch. (oder zwei oder drei...wie Schokolade, diese neuen Leben)
Hier ist fast alles zu ausser den internet cafes und macdonalds, weil die Koreaner damit beschaeftigt sind Soju auf die Graeber ihrer Ahnen zu giessen. Insgesammt bin ich froh kein Koreaner zu sein, ich waere zu allem Ueberfluss auch noch eine er Frauen, die Tag und Nacht das Festmahl bereiten muss. Morgen geh ich mal wieder ins Buero, hab mir heute mal freigenommen, es ist ja Feiertag.

Saturday, September 17, 2005

Blondinen II

Irgendwie hat es mich bestimmt beeinflusst, dass ich im Deutschland der 80ger und 90ger Jahre aufgewachsen bin. Fast alles um mich herum war blond und blau und gross und braungebrannt und ich klein und blass und dunkel und Spitzname "der kleine Vampir". Kann schon sein, dass ich deshalb soviel Zeit in Asien verbringe, besonders in Japan bin ich recht gross und weisse Haut ist supergefragt. Asiatinnen flippen regelmaessig aus, wenn sie mich sehen. Aber ich wollte noch was sagen zum Thema blond: hatte ja schon alle Haarfarben im Leben, von dunkelblau bis Glatze und es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich man behandelt wird, je nach Haarfarbe. Als Blondine wurde ich viel mehr von Maennern nachgepfiffen, bekam mehr jobangebote und ueberhaupt waren die Menschen netter. Wirke ich freundlicher als Blondine? Bin ich weniger bedrohlich, weil wahrscheinlich dumm und oberflaechlich? Jedenfalls haette ich das vielleicht beibehalten sollen, das mit dem Blonden, dann haette ich es inzwischen vielleicht zu was gebracht. Aber dise Effekthascherei ist mir ein Graus und ich erwarte immer noch von meinen Mitmenschen, dass sie mich auch als Naturgrufti lieben und respektieren.
Es gibt auch hier in Busan auffallend viele junge Blondinen unter den Auslaendern, man fragt sich schon nach welchen Kriterien man hier Anstellung findet.
Vielleicht bin ich auch nur verunsichert weil mich seit Wochen Traeume verfolgen in denen ich von blonden Maennern verschmaeht werde.
Aber das hat sicher irgenwas ganz kompliziertes und Tiefes zu Bedeuten, wahrscheinlich, dass ich in nordischen Laendern keine Beruflichen Chancen habe. Ich glaubs ja fast auch, aber ich probiers trotzdem mal. Hab das mit der Briefwahl leider nicht hingekriegt, bitte, liebe Deutsche, waehlt doch morgen fuer mich mit!Und bitte das Richtige, was immer das sein mag....

Friday, September 16, 2005

Swan

Heute morgen hab ich versehentlich "The Swan" gesehen, eine Fernsehshow wo aus normalen Leuten Leute mit zuviel Makeup gemacht wird, das wahrscheinlich die Schoenheitschirurgischen Narben verdecken soll.
Ich hatte schon von der Sendung gehoert, aber es ist immer aufschlussreich sowas selbst zu sehen. Ich glaub mir ist schlecht.
Zum Schoenheitsthema passend hab ich heute auch erfahren, dass Blondinen auch in Russland den Ruf der unfaehigen Schoenen Oberflaechlichen haben. Hat eigentlich jemals irgendwer untersucht was da dran ist?

Thursday, September 15, 2005

Deutsche in Busan

Gerade hab ich einen Trupp deutscher Austauschstudenten kennengelernt, die hier Biotechnik studieren ein Jahr lang. Noch ganz neu und frisch und motiviert. Das werden wir schon ändern. Desweiteren hat sich ein Koreanische Diplomatensohn gemeldet, er will sich treffen. Hat seine Kindheit in Deutschland verbracht, das verbindet.
Auf CNN kommt dauernd was über die Wahlen in Deutschland, leider sagen die mir aber auch nicht wie's weitergehen soll. Alles in allem ein recht deutscher Tag, aber der Tag ist ja nohc nicht vorbei. Ist vielleicht Zeit heute mal in die Hitlerbar zu gehen.

Wednesday, September 14, 2005

Anfassen

Vielleicht bin ich in letzter Zeit schwaecher geworden oder netter aussehend, jedenfalls werde ich seit neuestem wieder ständig angesprochen, was unangenehm ist. Und noch schlimmer: ich werde angefasst. Ich muss mein gefährliches Gesicht wieder üben. Ich glaube es liegt daran, dass in der Mensa hier so minderwertiges Essen serviert wird, da krieg ich das mit dem Grimmigen nicht mehr so gut hin. Das Highlight des Tages war ein Student, der mir drei Flaschen billiges Olivenöl von der Uni zum Erntedankfest überreichte. Ich hoffe mir fällt noch was kreatives ein dazu, Computer ölen vielleicht....

Tuesday, September 13, 2005

Politische Traeume

Hab gestern Nacht von Schröder geträumt. Er war sehr freundlich und machte Jello für mich und die anderen Kinder. Er hatte 10 Kinder und eine spanische Frau. Ich fasste Vertrauen und war gerade dabei ihm von meinem Problem mit der Versicherung zu erzählen, da klingelte der Wecker. War vielleicht besser so...

Monday, September 12, 2005

Chussok

Dieses Wochenende, wenn in Deutschland Wahlen sind ist hier in Korea Chussok, das Erntedankfest. Da werden saemtliche Vorfahren geehrt, man faehrt zum Grabhuegel und verehrt irgendwie. Aber zuvor muss man ein schwieriges Ritual beim aeltesten maennlichen Familienmitglied abhalten. Um 6 Uhr morgens trifft man sich und die Maenner verbeugen sich vor den Nahrungsmitteln am Altar und die Frauen bereiten sehr komplizierte Gerichte vor und in aller Herrgottsfruehe isst man dann eine Bodenstaendige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch und Kimchi.
Ich weiss das, weil ich da mal eingeladen war. Danach geht man zu den Grabhuegeln oder spielt Karten.
Der Nachteil an Chussok ist, dass in der Woche vorher alles zu Geschenkpaketen gemacht wird. Es ist diese Woche voellig unmoeglich zum Beispiel ein einzelnes Stueck Obst zu kaufen, alles ist in einen Geschenkekorb fuer 30Euro und aufwaerts verpackt.
Obst verstehe ich ja noch, aber Seife? Zahnbuersten? Spam? Tunfischdosen? Ich habe beschlossen bis naechste Woche mal nichts zu brauchen, danach wird es ja wieder entpackt. Hoffentlihc gehen die Moskitos auch alle zu ihren Vorfahren und bleiben gleich dort.

Mir faellt noch was ein

Ich hasse ausserdem, dass ich angehupt und fast überfahren werde, wenn ich legalerweise (!!) beim Zebrastreifen die Strasse überquere. Nur weil der Wichser mich totmachen kann denkt er er kann sich alles erlauben. Aber der wird sich noch wundern wie ich als Geist ihn nachher quaelen werde. Ausserdem werde ich der nächsten alte Schlampe, die sich auf der Toilette vorzudrängeln versucht, eine reinschlagen, das ist mir die 1000 Euro Strafzahlung wert (ich hab inzwischen mal geforscht was das für Konsequenzen hätte).
Abgesehen davon scheint sich meine ohnehin nur vage definierte Aufgabe in Korea schon wieder umzudefinieren. Noch 18 Tage.....

Sunday, September 11, 2005

Zukunft vs. Augenblick.

Man soll sich ja bemühen im Augenblick zu leben, aber oft ist das so schrecklich, dass ich nach 30 Sekunden spätestens wieder auf Zukunftsreise gehe....wie das wohl wird, nach Oktober? Gehe ich wirklich nach Berlin? Wenn ich mich in irgendwelche Vorlesungen setzen will, dann wird es etwas knapp mit Wohnungsuchen und allem. Ausserdem überlege ich mir ob ich nicht für das PIFF bleiben sollte. Immerhin das wichtigste Filmfestival in Asien. Wenn ich das mache wirds aber wirklich sehr knapp.
Angenommen es ist Berlin: wer wird regieren? Merkel? Es ist wahrscheinlich egal wer regiert. Aber wenn es CDU wird kommt ja die Kopfpauschale. Ich hab einen Kopf. Andererseits kommt im SPD Fall eine Bürgerversicherung. Ich bin Bürger.
Ach ja, sich versichern zu können wäre schon gut....
Mit diesen Worten kehre ich in die unangenehme Arbeitswirklichkeit zurück, damit es eine Zukunft überhaupt gibt.

Saturday, September 10, 2005

Was ich an Busan verabscheue

1. Der Gestank nach öffentlicher Toilette, der in verschiedenen Variationen allgegenwärtig ist und durch die Rohre auch in fast jede Wohnung gelangt. Auch nach 2 Jahren verschlägt es mir zeitweise den Atem.
2. Das behinderte Rolltreppe versperren, da ist extra eine halbierende linie eingezeichnet. Rechts stehen, links gehen. Trotzdem kriegt das kein Einheimischer hin.
3. Der Dieselgestank und die Tatsache, dass jeder sich bevollmächtigt fühlt mal 30 Minuten auszusteigen, gern mitten auf der Strasse und den Motor laufen zu lassen. Laut, stinkig und es kommt keiner mehr durch.
4. Das permanente Abschätzen von Äusserlichkeiten, Gewicht, Frisur, Haut, Kleidung. Und die unfehlbare Kritik derselben. Lob nie.
5. Das permanente We-Think
6. Das fürchterliche We-Think (es verdient 2 punkte)
7. Die schreckliche Vergeudung und Geringschätzung meiner Zeit, wenn ich auf angeblich "dringende" meetings stundenlang warten muss nur um zu erfahren, dass die betreffende Person doch keine Zeit hat. Abgesehen davon sind die meetings meist unnötig und nur dazu da mich zu nerven.
8. Die Geringschätzung von Frauen.
9. Alles kopiert, nichts original.
10. Völlig unqualifizierter Optimismus.

Wieder alles anders

Seit dem letzten post hat sich mal wieder fast alles geändert an meiner Situation, aber das Ausmass der Arbeit ist etwa das gleiche. Es wird zu kompliziert das immer zu erklären, es versteht hier ja auch keiner. Nur soviel: in den nächsten 3 Wochen werde ich wohl eine wissenschaftliche Arbeit über VR schreiben. Kein Kommentar meinerseits und auch sonst lass ich die Kommentarfunktion weg. Der Tag hat sich bisher nicht gut gestaltet. Irgendwie passenderweise lese ich gerade Portnoy's Complaint

Thursday, September 08, 2005

Fenster

Ich hab glaub ich erwaehnt, dass ich mein Fenster im Bad nicht zumachen konnte, was wegen des Taifuns doch ein Problem war. Man will ja die Sintflut draussen lassen. Ein starker Koreaner hat dann mal fest draufgehauen und jetzt ist es zu. Leider ist es jetzt wieder 30 grad schwuelheiss und jetzt wuerde man das Fenster doch auch gerne mal wieder aufmachen um das Wasser, dass sich Luft nennen will, rauszulassen....
ich weiss, ich weiss. Ich bin schwierig mit all meinen Anspruechen.

Wetter immer falsch

Schon Wetter als solches halte ich für problematisch, denn ich kann mich wirklich nicht entsinnen, dass es in den letzten 10 Jahren irgendwann mal nach meinem Geschmack gewesen wäre. Jetzt ist der Taifun vorbei, da dampft es schon wieder bei 33 Grad.
Ansonsten habe ich interessanterweise in den letzten paar Tagen diverse Jobangebote bekommen, nach koreanischer Art sehr spontan.
Ein Anruf kam beim Abendessen, von einem Bekannten, der sechs Monate versprochen hatte sich zu melden. Brauchte dringend jemand, der eine experimentelle Filmklasse unterrichtet dieses Semester. Ich sagte, lass mich drüber nachdenken. Er sagte, warum? Bist du gerade beschäftigt?
Irgendwie sagte ich dann zu aushilfsweise zu unterrichten, bereute das ganze aber gleich, weil mir klar wurde, dass ich keine experimentellen Filme zum zeigen mitgebracht hatte und die Uni auch keine zur Verfügung stellt. Es folgten noch 5 weitere panische Anrufe, es wurde immer komplizierter und der letzte Anruf wurde getätigt um mir mitzuteilen, dass die Klasse gestrichen worden war. Tja.
Die anderen Angebote kamen ebenso überstürzt, aber haben sich noch nicht zerschlagen, weswegen ich von einer Erörterung vorerst absehe...man kann nie wissen hierzulande.
Ich glaub aber immer noch, dass ich im Oktober erst mal nach Berlin ziehe. Von da aus kann man immer noch weitersehen.

Wednesday, September 07, 2005

The Singing von Kims

Heute war ich auf einer Vernissage wo eine koreanische Trachtengruppe Jodelte. Und zwar auf Koreanisch. Ich hab ein kurzes Video aufgenommen, ihc werde versuchen es zuir Verfuegung zu stellen.
Ansonsten nervt die Uni, ich muss morgen wohl wieder weg. Seoul ist gar nicht so uebel, im Vergleich zu Busan vor allem.Es ist halt doch eine richtige Grossstadt. Hab eine keramik Schildkroete fuer Raeucherstaebchen gekauft, weiss auch nicht recht warum, aber ein Grund laesst sich sicher noch finden.

Tuesday, September 06, 2005

Entkommen

Gestern nacht war ich noch mal am Strand und hab die Wellen angesehen. War beeindruckend, aber dachte mir, wenn das nicht schlimmer wird ist es ok. Aber am morgen hatte ich keine Lust mehr auf Taifun und bin in den Zug und nach Seoul gefahren. Schoen hier, so relativ windstill.
Ich kann mir gar nicht genug zu meiner Entscheidung gratulieren. Wahrscheinlich sind sie an der Uni eh zu beschaeftigt mit Sturmsicherung um mein Fehlen zu bemerken....
*klopft auf den Tisch und hofft, dass es Holz ist*

Monday, September 05, 2005

Nabi

Nabi, so ein hübscher Name für einen Taifun. das ist koreanisch und bedeutet Schmetterling. Wenn alles gut geht streift Nabi uns nur mit einem Flügel, ich bin gerade im Büro und wenn ich Pech habe komm ich nicht mehr weg. Maemi heisst Zikade und war mein erster Supertaifun. Ich war etwa 5 Stunden vor offizieller Maemi Ankunft draussen und ausserstande auf den Beinen zu bleiben. Wir waren zu viert und formten eine Menschenkette....es war absurd, wir waren nur 20 Meter von der Haustür entfernt und wurden immer wieder weggeblasen. Damals war ich gerade mal 7 Tage in Busan gewesen. Erschwerend kam dann hinzu, dass ich allein in der Wohnung war, dass ständig durchsagen auf Koreanisch kamen, dass der Strom ausfiel und dass trotz geschlossener Doppelfenster alles wackelte und ratterte und die Papiere durch die Wohnung flogen. Man kriegt halt auch nur Koreanische Mitteilungen, lohnt sich für die 5 Ausländer wohl nicht was einzurichten. Tokage heisst Eidechse und war noch schlimmer, zumindest für mich. Ich war gerade in Japan und sass fest. Bin beinah von der Überführung geblasen worden. Also ich könnte auf den Nabi wirklich verzichten....
Im Moment windet es und die Wolken hängen ungefähr auf Universitätshöhe, sieht eigentlich ganz schön aus. Noch kein Regen. Warten wirs mal ab, falls Nabi doch kommt hab ichx ein Problem, weil im Badezimmer das Fenster nicht verriegelbar ist. Vielleicht bleib ich dohc hier, immerhin hab ich hier Internet.

Sunday, September 04, 2005

Typhoon

Strom geht wieder, es stinkt zwar alles fürchterlich nach Fomaldehyd oder sowas, aber immerhin elektrisch.
Pünktlich zu meinem Umzug in Strandnähe ist ein Supertyphoon angekündigt. Ich würde so gern mal einen auslassen zur Abwechselung, die letzten beiden hatten mir völlig gereicht.

Saturday, September 03, 2005

Umzug #3

Also zog ich heute morgen in eine Miniwohnung, die äusserst vielversprechend schien. Relativ neu, wasserdicht, mit Klimaanlage. Der Mann, der mir die Wohnung vermietet spricht leidlich Englisch und scheint wirklich sehr nett, auch wenn er mich am Vortag um Mitternacht mit den Worten "is it too late to call?" weckte, um mich zu fragen ob ich wüsste, dass die Wohnung nicht in der nähe von Starbucks sei. Als ich sagte, das sei kein Problem schien er sehr erleichtert. Hmm.
Anderntags war er dann auch pünktlich und die Wohnung sah ok aus. Er versprach auch, den Schimmel aus dem Kühlschrank zu entfernen. Aber man sollte in Korea nie ganz sein Misstrauen gegenüber koreanischen Angelegenheiten verlieren. Als ich heute morgen einzog stellte sich heraus, dass es keinen Strom gibt. Angeblich wird das Problem (dessen Ursache unbekannt) bis zum Abend behoben sein mitsamt Kühlschrankschimmel. Na dann schaun wir mal.

Friday, September 02, 2005

Raetselsloesungen

Ich seh grad, ich hab Else unabsichtlich ein paar Rätsel aufgegeben, bezüglich diverser Unterstreichungen in Der Richter und sein Henker
Ich kam zu der betreffenden Ausgabe auf verworrenem und dunklem Weg und meine Vermutung ist, dass es sich um die Unterstreichungen eines Schülers handelt, dessen Deutschlehrer politisch engagiert war und Katzen hielt.....
Sorry!
*macht sich eine Notiz zu verschenkende Bücher in Zukunft auf Unterstreichungen zu prüfen, die kompromitierende Rückschlüsse zulassen*

Hirnschmelze

Die letzten Tage waren geprägt von höchstabsurdem Gerede über irgendeine wissenschaftliche Abhandlung unbekannten Inhalts die ich verfassen soll. In einem Monat. Zusätzlich kamen stündlich andere Meldungen ob es denn jetzt möglich sei oder nicht mir ein Zimmer zu besorgen. Ich bin inzwischen vorsichtig genug abzuwarten und miete mir wahrscheinlich mein eigenes Zimmer, da weiss man was man hat.
Die Temperaturen sind inzwischen wieder ins tropisch hochsommerliche geklettert, bereits um 8Uhr morgens klebt einem das Tshirt am Leibe. Ausserdem habe ich das sehr unangenehme Gefühl dass unter meiner neuesten Krone ein Stück roher Fisch fröhlich vor sich hingammelt. Wie kriegt man sowas wieder weg? Eitert das irgenwann raus?
Immerhin hat mein Büro Klimaanlage, alles könnte irgendwie noch schlimmer sein.
Ich erheitere mich mit Dudley Perkins während ich wissenschaftliche Theorien über die Koreanische Hirnschmelze entwickele.