Thursday, December 29, 2005

Taeuschung II

Das kommt allerdings in NY öfter vor, dass die an der Ecke stahen und wissen wollen ob man jüdisch ist oder nicht. Im Gegensatz zu allen anderen Religionen versuchen sie aber im Falle eines "Nein" keineswegs eine Bekehrung zum Judaismus zu erreichen sondern verlieren sofort völlig das Interesse. Ich erzählte meinem Bekannten A. von der Begebenheit am Subway. Er sagte ich sei nicht die Einzige und bat mich einen Blick auf den Tisch zu werfen. Dort stand ein Hanukkah Kerzenhalter in Billigausführung mit passenden Kerzen. A. hatte die Frage, ob er den "jewish" sei beantwortet mit "Mein Vater ist Jude, aber meine Mutter ist eine Shikse" woraufhin der Frager ihn ohne mit der Wimper zu zucken ziehen lies. Jewish väterlicherseits zählt ja nicht. Aber offenbar hatte die Gemeinde zuviele Kerzenständer eingekauft, die es noch in diesem Jahr loszuwerden galt, denn Minuten später fand sich A. vom Frager eingeholt. Der drückte ihm den Kerzenständer doch noch in die Hand mit den Worten: "Für Ihren Vater".
Hmmmm....

P.S.:
Rein als Gedankenspiel kann man sich das Ganze noch mal mit Schwarz/Weiss durch den Kopf gehen lassen (Sind Sie ein Weisser?- Nein, nur mein Vater ist weiss, meine Mutter ist eine Schwarze....)

3 Comments:

LitTalk said...

Hallo Johanna,

dein Gedankenspiel ist juristisch absolut korrekt. Beim "Abstammungsprinzip" gilt immer der Status der Mutter (so z.B. bei der deutschen Staatsbürgerschaft).

LG
Tasso J.M.

7:35 PM  
Anonymous said...

sie sehen ja aus wie henryk m., herr tasso j.m.!

8:05 AM  
LitTalk said...

Hallo "anonym",

muss ich jetzt "sie" sagen?

Das Bild - eigentlich ist's mir etwas peinlich an der Stelle. "Urplötzlich aufgetaucht" ist es, als ich meinen blog mit dem Konterfei verziert habe.
(Hoffentlich stört es hier nicht allzu sehr).

Beste Grüße
Tasso J.M.

9:01 AM  

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