Von einem anderen Ort
Dieses Wochenende berichte ich aus Aschaffenburg. Aufgrund der zunehmenden Verwinterung beschloss ich Freitag eine Mitfahrgelegenheit von Berlin zu nutzen und meine Winterkleidung zu requirieren....
Eigentlich hatte man mich ja gewarnt, wegen Freitagsverkehr und Schnee. Aber ich hatte keine Lust mit der Bahn zu fahren, da weiss man bei schlechtem Wetter nämlich auch nie und ausserdem zu teuer. Daraufhin wurde mir geraten, zumindest auf Winterreifen zu bestehen. Gabs aber auch keine. Bin trotzdem mitgefahren und wie durch ein Wunder sind wir recht sanft bis nach Aschaffenburg durchgeschliddert....faszinierend vor allem wegen des totalen Verkehrsstillstands in der Gegenrichtung. Es war wirklich gespenstisch: völlige und sehr kalte Nacht, 20 km auf der Autobahn abgestellte LKWs, kein Laut, kein Licht, nur stumme Verzweiflung. Die letzten 2 km hatten noch die Motoren laufen, die konnten ja nicht wissen, was wir wussten. Nämlich, dass es niemals weitergehen wird, zumindest nicht in dieser Nacht. Dass ich so unbeschadet ankam halte ich fast für göttliches Wirken. Danke schön!
Interessanterweise sind Häuser mit Zentralheizung oft auch sehr kalt. Mit Kopfschütteln wurde quittiert, dass ich das vergessen hatte. Ich war wirklich schon sehr viele Winter nicht mehr in Deutschland, ich weiss jetzt auch wieder warum. Meine Winterkleidung muss auch irgendwo anders sein, wahrscheinlich in NY, oder vielleicht hab ich auch gar keine Wintersachen? Alles Einbildung, genau wie die funktionierende Heizung? Immerhin meine Schals sind hier, ein Anfang. Von meiner sehr beschäftigten Familie wurde mir im vorbeihasten mitgeteilt, dass ich den Einbau von Rollläden am Montag überwachen soll und daß es in Aschaffenburg unverhältnismäßig viele sehr dicke Menschen gibt, die bevorzugt in engen Korridoren stehen. So ein Besuhc zuhause in der freundlichen Kleinstadt erfreut doch immer wieder aufs Neue.
Ausserdem ist heute der 1.Advent. Herzlichen Glückwunsch!

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